Zum Hauptinhalt springen

Tumult am Sternengrill – Teil zwei

Weil ein erster Auftritt von Tierschützern gegen das Fleischessen missverstanden wurde, wollten sie sich gestern mit Humor rehabilitieren. Aber dann kam die Polizei.

Wenige Minuten nach Beginn der Demo war schon wieder Schluss: Nur ein paar Wattebäusche und ein Polizeiauto zeugen noch davon. Bild: TA
Wenige Minuten nach Beginn der Demo war schon wieder Schluss: Nur ein paar Wattebäusche und ein Polizeiauto zeugen noch davon. Bild: TA

Der Sternengrill am Zürcher Bellevue wird für ein Grüppchen überzeugter Tierschützer langsam aber sicher zum Trauma. Nicht wegen der verteufelten Würste und der unverbesserlichen Wurstesser, denen der Pfad der tierethischen Tugend komplett egal scheint. Sondern weil die eigenen Absichten dort partout falsch verstanden werden. Statt Dialog gibt es Diffamierungen, statt Zuspruch Diskussionen mit der Polizei.

Gestern Donnerstag wollte die «Gruppe Autonome Tierrechts Aktivist_Innen Zürich» mit einem humoristischen Auftritt vor dem Grill ihren Ruf wiederherstellen, nachdem ein erster Auftritt am gleichen Ort ein einziges grosses Missverständnis war. Damals, Ende August, tauchten die Tierschützer unangekündigt vor dem populären Grill auf, skandierten «Fleisch ist Mord» und verteilten Flugblätter mit Bildern von toten Schweinen.

Weil sich die Gäste und der Grillinhaber Thomas Rosenberger echauffierten, berichtete Redaktion Tamedia unter dem Titel «Militante Veganer stürmen Sternengrill» darüber. Diese «irreführende Berichterstattung» wollten die Aktivisten nicht einfach so hinnehmen. Schliesslich sei es genau umgekehrt gewesen: Sie hätten friedlich – wenn auch unbewilligt – demonstriert und seien von Angestellten und Gästen des Sternengrills tätlich angegriffen worden.

Humor statt Aggressivität

«Wir haben uns entschieden, mit Humor auf die Aggressivität zu reagieren», schreibt einer der Aktivisten in einem E-Mail. Deshalb stellten sie sich gestern Abend erneut vor dem Grill auf – diesmal aber als Clowns verkleidet, die mit einem selbstironischen Transparent ihre mediale Etikettierung aufnehmen: «militante Veganer». Um ihre «Militanz» zu unterstreichen, warfen sie mit Wattebäuschen um sich.

Das Spektakel dauerte aber nicht viel länger als eine Minute. Denn genau in diesem Moment fuhr ein Einsatzwagen der Polizei am Bellevue vorbei und hielt auf dem Trottoir an. Die Demonstranten verzogen sich schnell in eine Seitenstrasse, weil sie erneut keine Bewilligung hatten, sie wurden laut «20 Minuten» aber von den Polizisten eingeholt. Diese beliessen es nach einer kurzen Diskussion bei der Ermahnung, dass die Aktivisten die Wattebäusche wegräumen sollten. Man sei «angemessen und respektvoll» behandelt worden, attestieren die Tierschützer der Polizei.

Die Wurstesser assen weiter

Einer von ihnen nutzte die Gelegenheit, unverkleidet doch noch ein paar Flugblätter unters Volk zu bringen. Wegen der ganzen Aufregung kam die Botschaft vom Kampf gegen das «sinnlose Töten fühlender Mitgeschöpfe» aber erneut eher zu kurz. Die Wurstesser assen unbeeindruckt weiter – und manche kritisierten das aggressive Auftreten der Demonstranten, die doch selbst gegen Gewalt seien. Angesichts dieses neuerlichen Missverständnisses heisst es wohl: Fortsetzung folgt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch