«Uber muss verboten werden»

Gewinneinbussen, Kundenrückgänge, schlechtes Image: Die Zürcher Taxiszene steckt in der Krise. Aus ihrer Sicht Schuld daran hat: Uber.

«Jedes Wochenende fahren Hunderte von illegalen Taxis durch Zürich»: Christof Zellweger, Vizepräsident der Taxi-Sektion Zürich.

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Das Zürcher Taxigewerbe hat ein Feindbild: Der amerikanische Fahrdienstanbieter Uber gilt als Hauptschuldiger für die Gewinneinbussen der Taxifahrer. Deshalb rief die Taxi-Sektion Zürich heute zum Protest auf: Unter dem Motto «Dumping-Uber stoppen» veranstalteten rund 25 Stadtzürcher Taxis einen Autokorso durch die Stadt.

«Jeden Tag leiden wir unter den illegalen Personentransporten von Uber», sagt Christof Zellweger, Vizepräsident der Taxi-Sektion Zürich. «Sie nehmen uns unsere Kunden weg und kümmern sich nicht um lokale Vorschriften. Und die Behörden unternehmen nichts.» Taxifahrer Illyas Kutlu klagt über 40 Prozent weniger Einnahmen im Vergleich zum letzten Jahr: «So kann ich meine Rechnungen nicht bezahlen.»

Unfreundliche Fahrer und schlechtes Image

Glaubt man den Plakaten, die an den Fahrzeugen kleben, so ist Uber der einzig Schuldige an der desolaten Situation der Taxibranche. Doch bei genauerem Nachfragen wird klar: Probleme haben die Fahrer auch untereinander. Dorftaxis, die aus der Umgebung kommen und in Zürich illegale Fahrten durchführen, Taxifahrer, die am Hauptbahnhof Gäste ablehnen. Unfreundliche Fahrer, die noch dazu nicht ortskundig sind.

Das alles ist den Protestierenden bekannt. «Der Service hat in den letzten Jahren leider abgenommen», gibt Zellweger offen zu. Unternehmen könne man dagegen wenig, sagt Jacqueline Maresch, die seit über 50 Jahren Taxi fährt: «Wir versuchen immer wieder, mit den Leuten zu reden. Aber sobald man den Taxiausweis hat, ist man selbstständig, da können wir nichts machen.»

Trotz offenkundiger Probleme im ganzen Gewerbe: Für die Fahrer im Autokorso gefährdet der US-Milliardenkonzern Uber die gesamte Taxibranche. Sie fordern ein Eingreifen der Stadt und im besten Fall ein Uber-Verbot in der Schweiz.

Erstellt: 28.06.2016, 17:19 Uhr

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