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Über 500 Personen frieren in Zürich für eine Wohnung

Eine Wohnungsbesichtigung in Oerlikon hat Hunderte Interessenten angezogen. Sogar die Polizei war vor Ort.

Wohnungsbesichtigungen in Zürich können reine Folter sein. Eine Leserin muss für eine Besichtigung gut eineinhalb Stunden in der Kälte ausharren. Bild: Leserreporter («20 Minuten»)
Wohnungsbesichtigungen in Zürich können reine Folter sein. Eine Leserin muss für eine Besichtigung gut eineinhalb Stunden in der Kälte ausharren. Bild: Leserreporter («20 Minuten»)

Vier Zimmer, 2011 komplett saniert und in einem familienfreundlichen Quartier. Das alles für 1000 Franken im Monat. Aufgrund der Besichtigung dieser Wohnung in Zürich-Oerlikon, die auf Homegate ausgeschrieben war, herrschte am Dienstagabend Ausnahmezustand. Eine «20 Minuten»-Leserin wollte die Wohnung besichtigen und traf auf rund 500 Leute.

Für die Besichtigung musste sie rund eineinhalb Stunden anstehen. «Ich bin um 19 Uhr angestanden, um 20.30 Uhr konnte ich die Wohnung besichtigen», sagt die Leserin. «Viele sind wegen der Kälte und der langen Wartezeit auch wieder gegangen.»

Polizei war vor Ort

Während des Anstehens sei dann sogar die Polizei aufgetaucht. «Die Polizei war vor Ort und ist mehrmals an der Warteschlange vorbeigefahren», so die Augenzeugin zu «20 Minuten». Die Stadtpolizei Zürich bestätigt, dass sie um diese Uhrzeit zur besagten Adresse ausrückte. Allerdings gab es lediglich eine Meldung wegen falsch parkierter Fahrzeuge, der sie nachging.

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Video: Anstehen für eine Wohnung in der Überbauung Kronenwiese

Beim ersten Besichtigungstermin am Freitag, 3. Juni 2016, sind Tausende in der Warteschlange gestanden. Video: Lea Blum

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Als die Leserin dann am Eingang der Wohnung angekommen sei, waren auch die Formulare zum Bewerben alle weg. «Ich musste mir mein Formular online besorgen.» Die Wohnung selbst konnte aber zum Glück noch besichtigt werden. «Sie war sehr schön, ich habe mich sofort beworben», schwärmt die Leser-Reporterin. Allerdings ist sie der Meinung, nicht wirklich eine Chance bei solch einem Ansturm zu haben.

Tiefer Mietzins als Magnet

Die 4-Zimmer-Wohnung für 1000 Franken gehört der Wohngenossenschaft ASIG. Der Mietzins richte sich dabei nach den ursprünglichen Kosten des Wohnobjekts, ohne Spekulations- oder Gewinnzuschlag, so Geschäftsführer Reto Betschart.

Da solche Mietzinse für Zürcher Verhältnisse sehr tief seien, seien derartige Anstürme bei ASIG zur Normalität geworden. «Wir sind es gewohnt, das bei günstigen Objekten das Interesse gross ist – der tiefe Mietzins wirkt wie ein Magnet.» Bei Besichtigungen erwarte man jeweils zwischen 170 und 200 Personen.

Für die Wohnung in Oerlikon laufe nun der Bewerbungsprozess. Das anschliessende Auswahlverfahren ist laut Betschart klar geregelt. So dürfen sich etwa Familien grössere Hoffnung machen auf die Wohnung, da die effiziente Nutzung der Wohnung ein wichtiges Kriterium ist. «Ein Paar hat bei einer 4-Zimmer-Wohnung also eher schlechte Karten», sagt Betschart.

(Artikel übenommen von «20 Minuten»)

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