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Senioren stehen Schlange für günstige Wohnungen

Bezahlbare Alterswohnungen sind in Zürich Mangelware. Neue Siedlungen sind erst im Bau.

159 Wohnungen mit 1 bis 3½ Zimmern: Siedlung Espenhof der Stiftung Alterswohnungen in Albisrieden. Foto: F. Meyer
159 Wohnungen mit 1 bis 3½ Zimmern: Siedlung Espenhof der Stiftung Alterswohnungen in Albisrieden. Foto: F. Meyer

Selbstständig in den eigenen vier Wänden alt werden: Das ist in der Stadt Zürich gefragter denn je. Rund 2000 Bewerbungen umfasse derzeit die Liste der Interessenten bei der Stiftung Alterswohnungen (SAW), sagt Ernst Tschannen, Direktor ad interim, auf Anfrage. Das seien nahezu gleich viele Personen, wie die Stiftung heute in ihren 35 Siedlungen insgesamt beherberge. Die Wartezeit sei je nach Siedlung unterschiedlich, betrage aber immer mehrere Jahre.

Obwohl das SAW-Modell über 60 Jahre alt ist, so Tschannen, «ist es aus Sicht der Altersexperten nach wie vor zukunftsweisend». Das Angebot richtet sich an Personen, die über 60 Jahre alt sind und seit mindestens zwei Jahren ihren Wohnsitz ununterbrochen in Zürich haben. Sie müssen bei Mietantritt in der Lage sein, ihren Haushalt selbstständig zu führen. Das Durchschnittsalter beim Einzug liegt bei 71 Jahren.

80 Prozent der Wohnungen sind durch die Wohnbauförderung subventioniert und für Mieter mit geringem Einkommen reserviert. Wer sich bewirbt, muss weitere Vorgaben erfüllen. Bei subventionierten Wohnungen für einen Einpersonenhaushalt darf das steuerbare Jahreseinkommen nicht mehr als 49'200 Franken betragen, bei einem Zweipersonenhaushalt sind es 58'000 Franken. Zum Einkommen hinzugerechnet werden ausserdem 5 Prozent jenes Vermögensanteils, der 100'000 Franken übersteigt. Bei freitragenden Wohnungen ist das Einkommen nicht limitiert. Ein Aufenthalt von mindestens neun Monaten pro Kalenderjahr in der Wohnung ist Bedingung.

Erste Siedlung in Wiedikon

Präsidentin des Stiftungsrats ist Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP). Nielsen treibe den Ausbau der günstigen Wohnungen für ältere Menschen voran, heisst es bei der Stiftung. Ende Februar wird die erste Etappe der neu gebauten Anlage an der Helen-Keller-Strasse in Schwamendingen eröffnet. Vorerst stehen 70 von 152 Wohnungen zum Bezug bereit, inklusive Serviceleistungen und Spitex-Angebot. Alle sind ausgebucht. Etwas mehr als 900 Franken kostet eine subventionierte 1½-Zimmer-Wohnung, eine 2½-Zimmer-Wohnung knapp 1100 Franken. Voraussichtlich im Mai 2020 können die 82 Wohnungen der zweiten Bauetappe bezogen werden. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf knapp 50 Millionen Franken.

Darüber hinaus ist in Wiedikon an der Erikastrasse eine neue Siedlung im Bau, für welche knapp 20 Millionen veranschlagt sind. Es ist die erste im Kreis 3. Vorgesehen sind etwa 60 preiswerte 1½- bis 3½-Zimmer-Wohnungen für Ein- und Zweipersonenhaushalte. Der Neubau wird über gemeinschaftliche Räume verfügen sowie über einen ruhigen Innenhof als Begegnungszone. Bezugsbereit ist er nach heutigem Stand Mitte 2019.

Der Ausbau der Kapazitäten läuft unterdessen auf dem Reissbrett weiter. Um den Bedarf und den Anspruch abdecken zu können, stehen bei der Stiftung zurzeit «sinnvolle Kombinationen mit Alterszentren, Pflegezentren oder anderen städtischen Siftungen und mit Baugenossenschaften im Zentrum», sagt Tschannen. Dies sei wegen der knappen verfügbaren Bauflächen in der Stadt ein wichtiger Schritt, für den auch Stadträtin Nielsen einstehe. Verschiedene solche Projekte stünden bereits in einer frühen Planungsphase. Exakt ein solches Szenario verlangt ein Vorstoss, den die FDP Mitte Januar eingereicht hat. Diese Idee, «geeignete Nutzungen zu kombinieren», sagt Tschannen, sei nicht neu. Mit den nur sehr beschränkten baulichen Möglichkeiten dränge sie sich nachgerade auf. «Mit dem Vorstoss der FDP wird das, was ohnehin schon geplant ist, politisch bloss untermauert.»

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