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Übernahme des «Tagblatts» beschäftigt Zürcher Parlament

Besonders linke Kreise sowie Teile der Stadtbevölkerung haben einen Kurswechsel der ältesten Zeitung der Schweiz befürchtet.

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Ausgewogenheit nicht verloren: Das «Tagblatt der Stadt Zürich». (Keystone/18. April 2018)
Ausgewogenheit nicht verloren: Das «Tagblatt der Stadt Zürich». (Keystone/18. April 2018)

Die Übernahme des «Tagblatts der Stadt Zürich» durch SVP-Politiker Christoph Blocher hat – zeitlich sehr verzögert – das Zürcher Stadtparlament beschäftigt. Es möchte, dass die Stadtregierung ein Auge auf die Ausgewogenheit der Berichterstattung hat. Dies habe sie ohnehin, unabhängig von der Eigentümerschaft, beteuerte Stadtpräsidentin Corine Mauch.

Im April 2018 wurde bekannt, dass die von Christoph Blocher dominierte Zeitungshaus-AG von Tamedia das «Tagblatt der Stadt Zürich» übernimmt. Vor allem linke Kreise sowie Teile der Stadtbevölkerung befürchteten einen Kurswechsel.

Davon sei allerdings nichts zu merken, war man sich am Mittwochabend im Stadtparlament einig. Dennoch behandelte man ein Postulat von AL und SP. Im Postulat wird die Stadt Zürich aufgefordert zu prüfen, ob der Vertrag eingehalten wird. Bei Vertragsverletzungen soll die Stadt den Vertrag allenfalls vorzeitig kündigen. Dieser läuft bis Ende 2022.

Das «Tagblatt», das jeweils am Mittwoch erscheint, ist vertraglich zu einer sachlichen sowie politisch und journalistisch ausgewogenen Berichterstattung verpflichtet. Stadtpräsidentin Corine Mauch wies darauf hin, dass die Vertreter der Stadt im Publikationsausschuss das «Tagblatt» sorgfältig lektorierten. Bis jetzt gebe es keine Anzeichen für eine unausgewogene Berichterstattung oder eine Nichteinhaltung des Redaktionsstatuts. Derzeit sehe sie keinen Handlungsbedarf. Aber man werde auch weiterhin «genau hinschauen».

Das Postulat rennt folglich offene Türen ein. Es wurde dennoch mit 87 zu 24 Stimmen überwiesen. Die Nein-Stimmen stammten von SVP und GLP.

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(SDA)

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