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Umstrittene Umbaupläne für Zürcher Einfallsachse gestoppt

Einsprachen verzögerten die Sanierung der Bellerivestrasse. Jetzt unterbricht die Stadt das Projekt. Es verzögert sich auf unbestimmte Zeit.

So hätte die Bellerivestrasse nach der Baustelle aussehen sollen. Visualisierung: Stadt Zürich
So hätte die Bellerivestrasse nach der Baustelle aussehen sollen. Visualisierung: Stadt Zürich

Der Stadtingenieur Vilmar Krähenbühl fasst die Situation folgendermassen zusammen: «Die Sache ist verfahren.» Und mit «Sache» meint er die Sanierung der Bellerivestrasse im Seefeld, jener Einfallsachse in die Stadt Zürich, auf der täglich 25'000 Fahrzeuge fahren.

Im Sommer 2017 hat das Tiefbauamt der Stadt Zürich – damals noch unter der Leitung von Stadtrat Filippo Leutenegger (FDP) – das Grossbauprojekt präsentiert. Heute Montag hat nun das Tiefbauamt – mittlerweile unter der Leitung von Stadtrat Richard Wolff (AL) – mitgeteilt, dass das Projekt unterbrochen und neu ausgearbeitet werde. Die Begründung von Stadtingenieur Krähenbühl: «Die Wünsche der Quartierbevölkerung und der umliegenden Gemeinden gehen weit auseinander. Wir können die unterschiedlichen Ansprüche zurzeit nicht unter einen Hut bringen.»

Temporeduktion wird geprüft

Widerstand gab es aus dem Quartier und seitens Politik. Während der öffentlichen Auflage dieser Pläne gingen mehrere Einsprachen ein. Anwohner forderten unter anderem durchgehende Velostreifen sowie Spur- und Temporeduktionen. Im Gemeinderat ging eine Motion ein, die einen dreijährigen Versuch mit bloss drei Spuren, aber mit einem flexiblen Richtungswechselbetrieb fordert: Die mittlere Spur soll morgens stadteinwärts, abends stadtauswärts führen. So würde die vierte Fahrspur überflüssig, es böte sich Raum für einen Veloweg.

Wegen dieser widersprüchlichen Anliegen hat das Tiefbauamt der Stadt Zürich die bisherige Planung mit vier Fahrspuren nun unterbrochen. Es sollen neue Varianten mit Spur- und Temporeduktionen ausgearbeitet und mit dem ursprünglichen Plan verglichen werden, heisst es in der Mitteilung.

Das Tiefbauamt wolle danach «auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse den Fächer für die Oberflächengestaltung nochmals öffnen und in Rücksprache mit dem Kanton als Bewilligungsinstanz eine Bestvariante ausarbeiten». Damit verzögert sich der Baustart für die Gesamtsanierung der Bellerivestrasse auf unbestimmte Zeit. Die Abwasserkanalisation, die Wasserleitungen und der Strassenbelag sind gemäss Tiefbauamt aber teilweise in schlechtem Zustand. Deshalb müssen nun lokal Reparaturen vorgenommen werden. Dies werde «entsprechende Verkehrsbehinderungen» mit sich bringen.

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