ÖV, Velo und Taxi in einer App: VBZ müssen Auftrag neu ausschreiben

Eigentlich sollte das Projekt bereits dieses Jahr abgeschlossen werden. Nun verzögert es sich um mindestens ein Jahr.

Tram oder Taxi? Oder doch das Leihvelo? Mit einer neuen App wollen die VBZ den Zürcherinnen und Zürchern die Entscheidung erleichtern.

Tram oder Taxi? Oder doch das Leihvelo? Mit einer neuen App wollen die VBZ den Zürcherinnen und Zürchern die Entscheidung erleichtern. Bild: Dominique Meienberg

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Wer sich in der Stadt Zürich bewegt, nutzt dafür längst nicht nur die öffentlichen Verkehrsmittel. Mittlerweile stehen dafür Leihfahrräder, E-Trottinette, Carsharing-Angebote oder Taxis zur Verfügung. In Wien gibt es eine App, die all diese Angebote in einer Anwendung vereint, sodass die Nutzerinnen und Nutzer auf einen Blick entscheiden können, welches für sie der beste Weg ist, um sich fortzubewegen. Die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wollten im vergangenen Herbst die Wiener Lösung für fast 700'000 Franken einkaufen und eine solche App bereits in diesem Sommer anbieten.

Beschwerde verzögert Projekt

Doch gegen den Zuschlag an die Wiener Firma ist eine Beschwerde eingegangen. Nun haben die VBZ den Auftrag nochmals neu ausschreiben müssen, damit sich auch die Konkurrenz auf den Auftrag bewerben kann. Die neue Ausgangslage sehe man auch als Chance, das geplante Pilotprojekt nun als langfristiges, digitales Infrastrukturprojekt umzusetzen, sagt VBZ-Sprecher Tobias Wälti. «Wir wollen mögliche Verkehrslösungen auch in Zukunft ganzheitlich, effektiv und aktiv mitgestalten.» Neben den VBZ seien auch die Dienstabteilung Verkehr und das Tiefbauamt der Stadt Zürich involviert. Die Ausschreibung trägt den Titel «Mobilitätsplattform Zürich».

Nach dem neuen Zeitplan soll bis im November ein Anbieter für eine solche App gefunden sein. Die VBZ suchen dafür eine erfahrene Firma, die in Europa bereits mindestens eine solche App in einer Stadt mit einem Einzugsgebiet von 250'000 Menschen umgesetzt hat. Eine Demoversion der App soll bis im Dezember 2019 stehen und dann noch angepasst werden. Spätestens Ende Mai 2020 soll die App für iOS- und Android-Geräte heruntergeladen werden können.

Welche weiteren Angebote neben dem ÖV-Netz in der App integriert werden, ist noch unklar. Von den VBZ verlangt werden sicher mindestens zwei Fahrradangebote wie Publibike oder Smide, ein Carsharingangebot wie Mobility und zwei Taxi-Anbieter wie Taxi Go! und Taxi 444. Zudem soll den Nutzern auch aufgezeigt werden, wie sie zu Fuss zum gewünschten Ziel kommen. Mit der App können die verschiedenen Angebote dann in Bezug auf die Reisezeit und den Preis miteinander verglichen werden. Dies können sie gleich vor Ort tun, wenn sie gerade zu diesem Zeitpunkt sich fortbewegen wollen, oder mittels Zeitangabe auch zur Planung im Voraus.

CO2-Rechner gewünscht

Nach der Einführung im Mai 2020 wollen die VBZ die Anwendung zusammen mit dem Anbieter noch weiterentwickeln. Sie streben deshalb eine längerfristige Zusammenarbeit an. Dann sollen auch noch weitere Angebote hinzukommen. So wünschen sich die VBZ etwa die Möglichkeit, dass für die jeweilige Fortbewegungsart auch gleich der CO2-Wert berechnet wird. Doch dieser und andere Wünsche sind noch keine zwingende Bedingung für die Vergabe des Projekts.

Zu den Kosten möchten die VBZ momentan noch nichts sagen, da die Ausschreibung noch läuft. «Der Preis wird bei der Bewertung am stärksten gewichtet», sagt VBZ-Sprecher Wälti. Welche Firma den Zuschlag erhält, dürfte im kommenden September oder Oktober bekannt werden. Bis Ende August haben die verschiedenen Anbieter Zeit, ihren Vorschlag für die neue Mobilitätsplattform einzureichen.

Erstellt: 25.06.2019, 11:01 Uhr

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