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Verbale Bedürfnisanstalt

Ein gelber Minipavillon soll Passanten ihre Bedürfnisse und Meinungen entlocken. Er ist Teil der Kommunikationsstrategie der Stadt Zürich.

Die Bevölkerung in der Stadtgestaltung miteinbeziehen: Die Stadträte André Odermatt, Ruth Genner, Martin Waser und Corine Mauch (v. l.) enthüllen Örbi.
Die Bevölkerung in der Stadtgestaltung miteinbeziehen: Die Stadträte André Odermatt, Ruth Genner, Martin Waser und Corine Mauch (v. l.) enthüllen Örbi.
Nicola Pitaro

Der gelbe Minipavillon ist weder ein neues Tickethäuschen noch ein umgestalteter Marronistand. Sonst wären kaum vier Stadträte zu seiner Einweihung erschienen. Das Ding heisst Örbi («Öffentlicher-Raum-Bedürfnis-Informations-Sammel-Ding») und soll Passanten ihre Meinung entlocken.

Örbi gehört zur Regierungsstrategie, die Bevölkerung stärker in die Stadtgestaltung miteinzubeziehen. Die bisherigen Massnahmen wie Bau-Workshops, Platzbelebungen oder Nachbarschaftsprojekte hätten sich vor allem an Städter gerichtet. Um auch Menschen zu erreichen, die sich in Zürich bewegen, aber nicht unbedingt hier wohnen, habe man Örbi aufgestellt.

Ein Pilotversuch

Dieser wird als Pilotversuch zehn Tage am Stauffacher stehen, dann folgt der Escher-Wyss-Platz. Auf Fragebögen, iPads oder über eine Website können Passanten fünf «einfache Fragen» zur Umgebung beantworten, etwa, ob sie ihnen gefällt oder dort was fehlt. Die Fragen sind in sieben Sprachen übersetzt. Künftig will das Tiefbauamt Örbi an Orten platzieren, an denen Umbauprojekte anstehen. Die abgegebenen Meinungen sollen dann die Planung mitprägen.

Örbis Bau kostete 120'000 Franken. Während der Öffnungszeiten werden ein bis zwei Stadtangestellte die Passanten betreuen. In zehn Tagen erwartet die Stadt mindestens 200 Rückmeldungen, es könnten aber auch 1000 sein. Ob Örbi funktioniere, hänge davon ab, wie bekannt das Angebot werde.

Gestern konnten ihn erst wenige einordnen. Ein Mädchen missverstand das Wort «Bedürfnis» und fragte die Stadtpräsidentin, ob hier das WC sei.

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