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«Verslumt» ein Quartier? Höngger schlagen Alarm

Obwohl an einem Sonnenhang gelegen, beklagen sich Gewerbetreibende von Höngg, ihr Quartier werde je länger, je unattraktiver. Etwas macht ihnen besonders grosse Sorgen.

Gewerbe in Höngg: Neben einigen Läden gibt es auch leerstehende Räume.
Gewerbe in Höngg: Neben einigen Läden gibt es auch leerstehende Räume.
Keystone

«Lädelisterben» und leerstehende Ladenflächen im Stadtzürcher Quartier Höngg haben den örtlichen Detailhandel und das Gewerbe aufgeschreckt. Der Branchenmix ist gemäss einer Umfrage mangelhaft, zudem beklagt der Verein Handel und Gewerbe Höngg (HGH) das fehlende «Wir-Gefühl».

Ziel der Umfrage sei es gewesen, «den Puls der Höngger Bevölkerung etwas zu spüren», wie HGH-Präsident Robert Werlen am Montag vor den Medien sagte. Von den rund 21'000 Einwohnern haben 1034 den Fragebogen retourniert. Ausgangslage für die Umfrage war eine Generalversammlung der HGH, bei der 2012 gefragt wurde: «Verslumt Höngg?»

In der Umfrage wollten die Gewerbetreibenden unter anderem wissen, welches Einkaufsverhalten die Hönggerinnen und Höngger haben, wie sie das Angebot beurteilten und wie sich die Situation aus Sicht der Kunden verbessern liesse.

Dabei zeigte sich, dass viele Befragte die Verkehrssituation im Quartier rund um den Meierhofplatz als problematisch empfinden. Auch wünschten sich viele attraktivere Einkaufsbedingungen.

Klagen auf hohem Niveau

Sorgen bereitet dem HGH nicht nur die Konkurrenz der umliegenden Shoppingcenter und Geschäfte der Innenstadt. Allgemein fehle ein «Wir-Gefühl«», sagte Fredy Haffner, Verlags- und Redaktionsleiter der Quartierzeitung «Höngger». Viele scheuten sich vor einem Engagement am Wohnort.

Man könne dem HGH natürlich vorwerfen, er klage auf hohem Niveau, räumte Haffner ein. Dies habe schon etwas auf sich. Klar sei aber auch, dass sich Höngg im «Abwärtsstrudel» befinde.

Als nächstes soll laut Haffner ein breit zusammengesetztes «Netzwerk Höngg» gegründet werden. Hier sollen sich Vereine, Firmen und Bevölkerungskreise für das Quartier «als lebendiges, urbanes und bedürfnisorientiertes Stadtquartier mit einer verträglichen Mischnutzung und einem zukunftsfähigen Ressourceneinsatz» einsetzen können.

Haffner nannte eine ganze Reihe von Zielen und Massnahmen: Dazu gehören die Stärkung des Quartierbewusstseins und die Imagebildung, etwa durch die Pflege bestehender Quartierfeste und -märkte. Auch der Austausch zwischen den Höngger Lokalpolitikern soll vertieft werden.

Auch an zentralen Begegnungsorten mangelt es gemäss Haffner im Quartier. Um die unbefriedigende Verkehrssituation rund um den zentralen Meierhofplatz zu verbessern, schlägt Haffner die Schaffung eines «quartierverträglichen Masterplans» vor. Ratzfatz werde man die Verkehrsprobleme aber nicht lösen können.

Stärkere Vernetzung nötig

Dass der Detailhandel schleichend verschwinde, lasse sich auch in anderen städtischen Quartieren feststellen, sagte Nicole Barandun, Präsidentin des städtischen Gewerbeverbandes (GVZ). Viele der Probleme seien oft lokal und tauchten spontan auf.

Oft fehle es aber an einer Strategie, wie die Rahmenbedingungen für den Detailhandel längerfristig verbessert werden könnten. Barandun empfahl deshalb den Detaillisten, sich untereinander stärker zu vernetzen. Diese Frage könne man auch mit Hilfe des GVZ angehen.

SDA/ep

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