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Verwaltungsgericht: Manor-Gebäude muss kein Warenhaus bleiben

Der reine Nutzungszweck eines Gebäudes ist nicht schützenswert. Der Heimatschutz blitzt mit seiner Forderung nach Erhalt des Manor-Gebäudes als Warenhaus ab.

Das Manor muss nach dem geplanten Umbau nicht mehr als Kaufhaus genutzt werden. Eine bestimmte Nutzung ist nicht schützenswert, entschied das Verwaltungsgericht.
Das Manor muss nach dem geplanten Umbau nicht mehr als Kaufhaus genutzt werden. Eine bestimmte Nutzung ist nicht schützenswert, entschied das Verwaltungsgericht.
Dominique Meienberg

Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde des Zürcher Heimatschutzes im Hinblick auf das Manor-Gebäude an der Bahnhofstrasse abgewiesen. Das Gericht folgt damit dem Urteil des Baurekursgerichts, wonach eine bestimmte Nutzung eines Gebäudes nicht unter Schutz gestellt werden kann.

Die Nutzung als Warenhaus könne nicht geschützt werden, da dazu die gesetzliche Grundlage fehle, schrieb das Verwaltungsgericht in seinem am Freitag veröffentlichten Urteil. Verbindliche Vorgaben bezüglich einer konkreten zulässigen Nutzung einer Liegenschaft wären zudem ein schwerer Eingriff in die Eigentumsrechte des Grundeigentümers. «So können sie insbesondere dazu führen, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Nutzung eines Gebäudes beeinträchtigt oder langfristig gar verunmöglicht würde», schreibt das Gericht.

Die Besitzerin der Liegenschaft, der Versicherungskonzern Swiss Life, plant einen Umbau und eine Umnutzung des Gebäudes. Der Zürcher Stadtrat und die Bausektion haben diesen Umbau im Juli 2014 genehmigt. Dagegen hat sich der Zürcher Heimatschutz beim Baurekursgericht vergeblich gewehrt.

Weiterzug noch unklar

Ob der Zürcher Heimatschutz das Urteil weiterzieht, ist noch unklar. Man müsse das zuerst genauer prüfen, sagte Präsident Martin Killias auf Anfrage der SDA. Für den Rekurs beim Bundesgericht hat der Heimatschutz 30 Tage Zeit.

Immerhin habe der Heimatschutz nicht vollständig verloren, sagte Killias. Das Gericht habe anerkannt, dass gewisse architektonische Einrichtungen durchaus mit der Funktion als Warenhaus verbunden seien. Die Nutzung sei also nicht völlig willkürlich wählbar.

Eine kleine Genugtuung gestand das Verwaltungsgericht dem Heimatschutz zu: Die von der Vorinstanz auf 16'000 Franken festgesetzte Gerichtsgebühr reduzierte es auf 12'000 Franken. Ansonsten würde das Verbandsbeschwerderecht unzulässig erschwert, begründete das Verwaltungsgericht diese Massnahme.

(SDA)

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