Volk entscheidet über Zürcher Tagesschulen

Die Stadt Zürich will den Pilotbetrieb von Tagesschulen ausweiten. Dazu sind aber fast 68 Millionen Franken nötig.

Mittagessen in der Tagesschule: Mittagstisch der Primarschule Am Wasser in Höngg. Bild: Dominique Meienberg

Mittagessen in der Tagesschule: Mittagstisch der Primarschule Am Wasser in Höngg. Bild: Dominique Meienberg

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Das Projekt Tagesschule ist derzeit an sechs Stadtzürcher Schulen in vollem Gang. Weitere 24 Schulen sollen in einer zweiten Phase bis Ende 2022 hinzukommen, wie der Stadtrat heute Dienstag mitteilte.

Tagesschulen sind so organisiert, dass Schüler ab dem zweiten Kindergarten an den Tagen mit Nachmittagsunterricht über Mittag an der Schule bleiben und dort eine warme Mahlzeit erhalten. Auf Kindergartenstufe sind dies zwei, in der Primarschulstufe drei und in der Sekundarschule vier Tage pro Woche. Die Eltern bezahlen pro Mittag einen Beitrag von sechs Franken.

90 Prozent nehmen am Projekt teil

Die Teilnahme am Pilotprojekt ist freiwillig. Eltern können ihre Kinder vom Tagesschulbetrieb abmelden. Gemäss einer Evaluation der sechs ersten Pilotschulen, liegt die Teilnahmequote der Schülerinnen und Schüler bei 90 Prozent. Die Akzeptanz ist demnach sowohl bei Eltern und Schüler als auch beim Schulpersonal gross. Lehrpersonen und Schüler geben zwar an, dass sie die Mittage zum Teil anstrengend finden. Gleichzeitig werten sie die gemeinsame Zeit aber auch als wertvoll.

In einer schriftlichen Befragung gibt die Mehrheit der Eltern an, mit der Tagesschule zufrieden zu sein. 77 Prozent sind der Meinung, sie fördere die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. «Nur wenige Eltern haben ihre Kinder vom Tagesschulbetrieb abgemeldet, das ist ermutigend», sagt der Vorsteher des Schul- und Sportdepartements, Gerold Lauber. Es zeige, dass man auf dem richtigen Weg sei.

Volksabstimmung im Juni 2018

Die Neuerungen verursachen jedoch Kosten. In 22 Schulen muss man die Infrastruktur anpassen, was fast 22 Millionen Franken kostet. Der zusätzliche Betreuungsaufwand schlägt mit 27,5 Millionen zu Buche. Hinzu kommen gemäss Mitteilung des Stadtrats Verwaltungskosten im Umfang von 18,5 Millionen. Die anfallenden Projektausgaben von fast 68 Millionen Franken für Phase zwei müssen vom Stimmvolk genehmigt werden. Der Stadtrat plant daher für Juni 2018 eine Volksabstimmung. (tif)

Erstellt: 05.09.2017, 12:01 Uhr

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