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Von Bio-Böllern, Bierbädern und Aquabussen

Wer heute nicht gut aufpasste, wurde gnadenlos in den April geschickt. Einige pilgerten sogar zum Albisgüetli in der Hoffnung, etwas gratis zu bekommen.

Bloss nicht absaufen: Die Therme Zürich kündigte am 1. April ein Bierbad auf dem Hürlimann-Dach an.
Bloss nicht absaufen: Die Therme Zürich kündigte am 1. April ein Bierbad auf dem Hürlimann-Dach an.
Aqua-Spa-Resort AG

Am 1. April ist bei der Lektüre der Zeitungen bekanntermassen Vorsicht geboten. Überall lauern Scherze, die teils bis zur Unkenntlichkeit getarnt sind. So berichtete tagesanzeiger.ch heute darüber, dass die Stadtregierung beim Verbrennen des Bööggs am Sechseläuten künftig statt auf Holzfeuer auf eine Erdgasflamme setzen wolle, um die Feinstaubgrenzwerte nicht zu überschreiten. Den Kunstschneemann selbst werde man nur noch mit Bio-Böllern stopfen, die ihm umweltschonender den Kopf abjagen sollen.

Die Leserinnen und Leser liessen sich allerdings nicht so leicht in den April schicken. Im Gegenteil: Einer führte in seinem Kommentar zum Artikel die These, dass das Sechseläutenfeuer gegen die Luftreinhalteverordnung verstosse, sogar noch weiter ad absurdum. Die Verordnung gelte nämlich nur an «emissionskritischen Tagen» von November bis Februar sowie am ersten April – sofern dieser auf einen Sonntag falle. Weitaus kritischer seien ohnehin offene Feuer an Räbeliechtli-Umzügen und an Christbäumen. Ein anderer Leser nimmt den Wirbel um den Feinstaub aufs Korn und kündigt das Ende des Tags der Arbeit an – weil dann «viel, viel Staub» aufgewirbelt werde.

Initiative für das Holzfeuer

Es gab allerdings auch solche, die sich über den vermeintlichen Wechsel zur Erdgasfeuerung am Zürcher Traditionsanlass empörten. So forderte ein Leser die Zünfter dazu auf, sofort eine kantonale Initiative aufzugleisen, damit der Böögg im kommenden Jahr wieder über dem Holzfeuer verbrannt werden könne.

Zwei Pärchen und eine Gruppe Schüler haben dem Artikel sogar so viel Vertrauen geschenkt, dass sie am Montagvormittag zwischen 11 und 12 Uhr zum Albisgüetli gefahren sind, um eines der 6000 Holzbürdeli zu ergattern, die Grün Stadt Zürich dort angeblich gratis abgeben würde, weil es sie nicht mehr verfeuern dürfe.

Massaker am Ü-Pünktchen

Der «Tages-Anzeiger» ist nicht die einzige Zeitung, die zum 1. April scherzte. Der «Landbote» liess verlauten, dass der FC Winterthur künftig mit dem FC Barcelona zusammenspannen werde. Der spanische Fussballclub wolle die Winterthurer Schützenwiese Super-League-tauglich machen und im angrenzenden Sulzer-Hochhaus ein Barcelona-Fan-Hotel einrichten, verkündete die Zeitung heute.

In der NZZ wiederum war von einem drohenden «Umlaut-Massaker» zu lesen. Die Stadt Zürich wolle künftig keine Ü-Pünktchen mehr im Namen «Zürich» verwenden. Sie erhoffe sich davon eine Stärkung der internationalen Marke. Deshalb werde auf allen amtlichen Dokumenten, Publikationen und Schildern künftig nur noch «Zurich» stehen.

Bieridee und Pendlerboot

Ein Novum lancierten auch die Verkehrsbetriebe Glattal am 1. April: den «Aquabus», ein Pendlerschiff für den 550 Meter langen Glattparksee. Um die Pendlerinnen und Pendler im stressigen Alltag etwas zu entschleunigen, werde das Boot jeweils in der Mitte des Sees für drei Minuten anhalten.

Nicht ganz bierernst zu nehmen war auch die Ankündigung eines neuen Angebots im Zürcher Thermalbad & Spa. Die Geschäftsleitung gab heute bekannt, dass sie das bekannte Dachbad zum Biersprudelbad umbauen wolle. Die Hürlimann Bier AG werde das Thermalbad hierzu mit monatlich rund 4000 Liter Bier beliefern. Zusätzlich werde dem Bier-Wasser-Gemisch, welches im Verhältnis 2:3 bestehe, noch extra Hopfen, Malz und etwas Hefe hinzugefügt. Na dann: prost!

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