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«Von den Reichen allein kann ich nicht leben»

Walter Reif ist Metzger am Zürichberg. Bei ihm gehen Schauspieler, Politiker und die noble Nachbarschaft ein und aus. Dennoch sind nicht sie es, die das Geschäft seit 1931 auf Erfolgskurs halten.

Die Tage von Walti Reif sind lang. Schon um halb fünf in der Früh prüft er, welche Bestellungen über Nacht von Restaurants eingingen. Bis neun Uhr müssen sie bereit für die Lieferung sein. Zudem muss der Laden für die Kunden bereit gemacht und Mittagsmenüs in der Küche gekocht werden. Erst nach 19 Uhr verlässt Reif seinen Laden. Er nimmt die harte Arbeit aber gelassen: «Ich mache jeden Tag zwei Stunden Mittag, so lange sind meine Tage nicht.» Aber wenn man einen Laden führe, müsse man dies mit Leidenschaft tun, sonst gehe das nicht.

1931 eröffnete sein Grossvater ein Geschäft in der Stadt. Später zog man an die Zürichbergstrasse 20. Damals gab es noch Gemüse- und Käseläden in der Gegend. Mittlerweile haben alle ihre Tore schliessen müssen. Sein Geschäft gibt es noch immer. Und er hat sein Angebot aufgestockt, wann immer ein anderer Laden schloss. Kommt man in die Metzgerei Reif, so trifft man im Eingangsbereich erst auf eine Auslage an Frischgemüse, daneben steht eine Käsetheke. Davon getrennt, in einem grossen Verkaufsraum reihen sich dann Würste, Filets und andere Fleischspezialitäten in grossen Auslagen aneinander. Hinter jeder steht eine Verkäuferin oder ein Metzger, der Kunden berät. Hinter dem Laden gibt es eine grosse Küche, Kühl- und Fleischverarbeitungsräume. Mit den Lehrlingen arbeiten 28 Leute in Reifs Betrieb und bedienen täglich rund 900 Kunden.

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