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Von Huren, Hexen und Henkern

In Zürich gibt es wieder Nachtwächter wie im Mittelalter. Auf ihren Runden sehen sie nicht nach dem Rechten in der Stadt, sondern erzählen von früher.

Nur die Armbanduhr ist fehl am Platz: Martin Harzenmoser im Kostüm des Nachtwächters von Zürich.
Nur die Armbanduhr ist fehl am Platz: Martin Harzenmoser im Kostüm des Nachtwächters von Zürich.
Sophie Stieger

«Schau, da kommt er», ruft eine Frauenstimme in die Dunkelheit hinaus. Mit weit ausholenden Schritten nähert sich eine seltsam aussehende, männliche Gestalt dem Lindenhof. Sie steckt in einem langen Mantel und weissen Beinkleidern. Auf dem Kopf sitzt ein dreieckiger Hut, in der einen Hand hält der Mann eine Laterne, in der anderen eine Hellebarde, und um den Hals baumelt ein Horn. Nein, er ist nicht ein Mitglied der Occupy-Paradeplatz-Bewegung, das auf den Lindenhof ausgewichen ist. Es handelt sich um Martin Harzenmoser, und er spielt eine Figur aus einer Zeit, in der Banken in Zürich noch harmlos und unbedeutend waren: Er ist ein mittelalterlicher Nachtwächter.

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