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Waffen, Kinder, Raub: GC kritisiert Fangewalt

Das kommt selten vor: Fans des Grasshopper Clubs kritisieren öffentlich Gewalt und mangelnde Selbstregulierung in der Südkurve.

Die grössere Zürcher Fankurve: FCZ-Fans am Super League Spiel gegen FC Basel im Letzigrund. Bild: Urs Jaudas
Die grössere Zürcher Fankurve: FCZ-Fans am Super League Spiel gegen FC Basel im Letzigrund. Bild: Urs Jaudas

Man kann ihn als Versuch der Entschärfung lesen: Am Montagmorgen publizierten die Fans des Grasshopper Clubs Zürich auf ihrer Website einen Text mit dem Titel: «Jeder Rivalität sind Grenzen gesetzt».

Die Zeit sei gekommen, die Probleme beim Namen zu nennen, obwohl vieles was in Zeitungsartikeln stehe, «faktenfrei» sei, schreiben die GC-Fans. Und dann: «Wer zulässt, dass das GC-Fanlokal wiederholt angegriffen wird, achselzuckend hinnimmt, dass GC-Fans systematisch ausgeraubt werden, Andersdenkende mit Waffen bedroht und selbst Kinder instrumentalisiert, demaskiert die angeblich selbstregulierte Fankurve als Farce», heisst es in dem Statement.

Regelmässige Attacken: Nach dem Super League Spiel vom FCZ gegen den FC Basel geht vor dem GC-Fanlokal ein Container in Flammen auf. Bild: Rafaela Roth
Regelmässige Attacken: Nach dem Super League Spiel vom FCZ gegen den FC Basel geht vor dem GC-Fanlokal ein Container in Flammen auf. Bild: Rafaela Roth

Die GC-Fans stellen infrage, ob die Selbstregulierung in den Fankurven aktuell funktioniert. «Selbstregulierung bedeutet auch, Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und dieses stets zu hinterfragen», schreiben die GC-Fans. Dazu gehöre, schädliche Strömungen in der eigenen Fankurve zu stoppen – etwas, das beim FC Zürich nach Meinung der GC-Fans nicht gut genug funktioniert.

GC kritisiert FCZ-Werbekampagnen

Das aggressive Treiben komme nicht nur von jungen Tätern, sondern werde von der älteren FCZ-Fangeneration sprachlich legitimiert. Mit den Slogans in den Werbekampagnen des FCZ werde jungen Anhängern und neuen Fans eine Kultur eingeschärft, die dem Gegner die Daseinsberechtigung abspreche, heisst es weiter. Gemeint sind wohl der FCZ-Slogan «Züri isch ois» und die FCZ-Publikation «Eine Stadt, ein Verein, eine Geschichte». Der Club würde mit dieser Rhetorik dazu animieren, der Ankündigung Taten folgen zu lassen. GC anerkenne seinerseits, dass es in dieser Stadt zwei Fussballvereine gibt «und dass Fussball manchmal auch einfach nur Fussball bleiben soll», schreiben die GC-Fans.

Keine Absolute Distanzierung von Gewalt

Beim Grasshopper-Club gebe es keine vergleichbare Kultur, die Selbstregulierung funktioniere, die Kurve sei weniger hierarchisch, schreiben die GC Fans. Auch zukünftig würde jegliche Gewalt gegen Unbeteiligte und der Einsatz von Stichwaffen abgelehnt.

Eine Ankündigung komplett auf Gewalt zu verzichten, ist das nicht. Trotzdem verweisen die Fans in dem Schreiben auf die Zeit vor einigen Jahren, als GC und FCZ noch gemeinsam gegen das Hooligan-Konkordat kämpften.

Südkurve schweigt

In der Zürcher Südkurve will niemand zum Statement der GC-Fans Stellung nehmen. Auch die FCZ-Pressestelle war nicht zu erreichen. Markus Imbach, Präsident des FCZ-Fanclubs Letzi, begrüsst den «Schritt in die richtige Richtung»: «Die Ausbrüche in Zürich belasten das Image des Fussballs und uns Fans, die nichts mit Gewalt zu tun haben», sagt er. «Ich wünsche mir von der Südkurve ein ähnliches Signal.» (rar)

Video: Krawalle wegen Derby

Vor der Partie des FC Zürich gegen den Grasshopper-Club wird der GC-Fanmarsch in der Umgebung des Hardturms angegriffen. Video: Leserreporter/Tamedia

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