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Warten auf die Todesnachricht

Die Kurden mobilisieren zur Grossdemonstration in Zürich. Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Heimat zerbombt wird?

In die Schweiz geflüchtet: Zahide Hûseyin bangt um ihren inhaftierten Bruder. Foto: Keystone
In die Schweiz geflüchtet: Zahide Hûseyin bangt um ihren inhaftierten Bruder. Foto: Keystone

Malek Ossi erlebt zurzeit traumatische Stunden. «Ich bin ruhelos, rastlos, verzweifelt und weiss nicht, was ich tun kann», sagt der 26-jährige Kurde. Im Sekundentakt schaut Ossi auf sein Handy. Haben sie sich gemeldet? Geht es ihnen gut? Sind die Türken schon einmarschiert?

«Drei Bomben auf Derik», der Schock ist gross, als Ossi am Mittwoch diese Meldung im Internet liest. Derik ist seine Heimatstadt, eine Ortschaft im türkisch-syrischen Grenzgebiet, rund 50'000 Einwohner, die sich nun mitten in der Konfliktzone befinden. Niemand weiss, was morgen sein wird, seit der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan seine Soldaten in die Gegend einmarschieren liess. «Operation Friedensquelle», heisst die Mission. Für die Kurdinnen und Kurden ist es eine Invasion – auch für jene schätzungsweise 15'000, die in der Schweiz leben.

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