Warum der FCZ ein neues Stadion braucht

Die Stadtzürcher Fussballvereine brauchen ein gemeinsames Fussballstadion als Einnahmequelle.

Hätte gern ein Fussballstadion, mit dem sich Geld verdienen lässt: Ancillo Caneppa, Präsident des FC Zürich. Foto: Dominique Meienberg

Hätte gern ein Fussballstadion, mit dem sich Geld verdienen lässt: Ancillo Caneppa, Präsident des FC Zürich. Foto: Dominique Meienberg

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Gastbeitrag Im Abstimmungskampf um den Bau eines neuen Fussballstadions behaupten die Gegner, die Stadtzürcher Fussballclubs bräuchten kein eigenes Stadion, der Letzigrund reiche völlig. Dem ist nicht so.

Auch wenn wir nicht gewinnorientiert denken und handeln, ist der FC Zürich doch ein mittelständisches Unternehmen. Gegen 200 Personen stehen auf der Lohnliste, nur ein Teil davon arbeitet im Profibetrieb. In der Mehrheit sind es Junioren-Trainer, Nachwuchsbetreuer, medizinische Fachpersonen, Angestellte in der Administration und im Fanshop.

Wir betreiben viel mehr als nur Profifussball. Über 600 Juniorinnen und Junioren trainieren und spielen unter dem Dach des FCZ. Wir kümmern uns um die fussballerische Ausbildung, stellen aber auch sicher, dass unser ganzer Nachwuchs eine Berufs- oder Schulausbildung absolviert.

Um diesen Betrieb nachhaltig zu führen, brauchen wir Einnahmen. Sonst können wir keine Löhne zahlen, keine Investitionen tätigen und müssen den Betrieb über kurz oder lang einstellen. Im Letzigrund sind wir nur Mieter. Ein Grossteil der Stadionerträge geht an die Stadt als Stadionbetreiberin. Deshalb starten wir jede Saison mit einem Verlust von 5 bis 7 Millionen Franken. Nein: Dieses Defizit entsteht nicht, weil wir überhöhte Saläre zahlen. Sondern weil Spielbetrieb, Stadionmiete, Personal und Sicherheitskosten über 20 Millionen Franken ausmachen.

In einem neuen, gemeinsam mit GC betriebenen Stadion können wir aus dem Catering, mit dem Verkauf der Namensrechte und anderen Quellen Erträge generieren. Kein Profi-Club kann überleben, wenn er das Einnahmepotenzial aus dem Stadionbetrieb nicht selber realisieren darf. In Basel, Bern, St. Gallen und Luzern können das die Vereine schon längst.

Wir warten seit Jahren auf ein Stadion. Das vorliegende Projekt ist die letzte Chance. Ein Stadion, dass mehrheitlich privat finanziert wird und die Stadt Zürich keinen Rappen kostet. Ein Projekt, in dessen Rahmen mehrere Hundert Wohnungen gebaut werden, auch gemeinnützige. Es ist ein fairer Deal. Für den Fussball, für die Bevölkerung, für Zürich.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 07.11.2018, 19:09 Uhr

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