Was will dieser Eisbär in Zürich?

Riesenstern, Grabsteine, Wild-Futterstelle und ein Eisbär: Auf Zürcher Plätzen stehen plötzlich ganz seltsame Objekte. Und dann ist da noch die Stimme von Yoko Ono.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Mitten auf dem Paradeplatz steht ein Eisbär aus weissem Marmor und trotzt der Sommerhitze, am Steinfelsplatz stossen Passanten auf einen riesigen Stern, der sich in den Boden gebohrt hat und auf dem Tessinerplatz beim Bahnhof Enge ist eine Wild-Futterstelle aufgestellt, aus der ab und zu Ziegengemecker ertönt.

Ganz krass ist es in Altstetten: Da steht auf dem Platz vor dem viel frequentierten Bahnhof Altstetten ein voll ausgerüsteter Kleingarten, der mit Stacheldraht geschützt ist und nun wie ein kleiner Militärübungsplatz aussieht. Was soll das alles?

Des Rätsels Lösung heisst «Gasträume 2017, Kunst auf öffentlichen Plätzen Zürichs». Dabei handelt es sich um eine Projekt der Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum (AG KiöR), die zum städtischen Tiefbauamt gehört. Die Stadt stellt dabei den öffentlichen Raum kostenlos zur Verfügung, übernimmt die Organisation und die Vermittlung. So präsentieren sich bis am 3. September insgesamt 20 temporären Skulpturen, Installationen und andere künstlerische Interventionen auf belebten Zürcher Plätzen.

Alle Werke sind von einer Fachjury ausgewählt worden und werden von privaten Galerien, Kunstinstituten oder alternative Veranstalter finanziert. Zu sehen sind die Kunstobjekte in der Innenstadt, in Zürich-West und in Altstetten.

Yoko Ono ruft zum Weltfrieden auf

Ein Höhepunkt des Projekts ist sicher die Beteiligung der japanisch-amerikanischen Künstlerin Yoko Ono, auch bekannt als die Frau des ehemaligen Beatles John Lennon. Über Lautsprecher ist den Sommer hindurch in Zürich an verschiedenen Orten ihre Stimme zu hören, die zum Weltfrieden aufruft. Die Lautsprecher werden von «Surprise»-Verkäufern transportiert.

Die Gasträume 2017 laden aber auch zu einem Honegger-Spaziergang ein. Dieser führt zu Werken, die der im vergangenen Jahr verstorbene Zürcher Künstler in der Stadt Zürich hinterlassen hat.

Im Rahmen von Gasträume 2017 werden einige «Special Guests» präsentiert, darunter eine Reihe von Performances, die in Zusammenarbeit mit dem Kunsthaus Zürich ins Programm aufgenommen wurden. Dort wird diesen Sommer die Ausstellung «Action!» gezeigt mit Schwerpunkt Happening und Performance. (Tages-Anzeiger)

(Erstellt: 19.06.2017, 08:10 Uhr)

Artikel zum Thema

Kunst mit Leichenwasser im Kreis 5

Die Arbeitsgruppe Kunst im öffentlichen Raum ermöglicht neun Galerien, auf öffentlichen Plätzen auszustellen. Eine unscheinbare Betonskulptur mit absonderlichem Inhalt fällt besonders auf. Mehr...

Wenn Kunst im öffentlichen Raum zur Stolperfalle wird

Die Stadt zäunt die Bodeninschriften des Künstlers Lawrence Weiner am Limmatplatz wegen Rutschgefahr ein. Mehr...

Kunst ist kein Trostpflaster

Analyse Warum im Streit um ein Kunstwerk in Höngg eigentlich niemand recht haben kann. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Paid Post

Weltstars im Letzigrund

Letzte Tickets: Weltmeister, Olympiasieger und die besten Schweizer live erleben. Sportliche Höchstleistungen und unvergleichliche Stimmung - bei Weltklasse Zürich am 24. August!

Kommentare

TA Marktplatz

Die Welt in Bildern

Ab in den Matsch: Teilnehmer der Ostfriesischen Wattspiele versuchen im Schlamm Fussball zu spielen. (19. August 2017)
(Bild: Carmen Jaspersen) Mehr...