Was Kinder von Kois lernen können

Die Universität Zürich veranstaltet auch diesen Frühling Vorlesungen und Workshops für Schüler. Ein Thema: Der Sonnenbrand von Fischen.

Da Fische unter Wasser leben, wirkt sich die Sonneneinstrahlung anders aus, als wenn sie auf menschliche Haut trifft. Koi im Chinagarten in Zürich.

Da Fische unter Wasser leben, wirkt sich die Sonneneinstrahlung anders aus, als wenn sie auf menschliche Haut trifft. Koi im Chinagarten in Zürich. Bild: Urs Jaudas

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«Können Fische einen Sonnenbrand bekommen?» und «Gibt es wirklich Monster, und wo leben sie?» Diese und ähnliche Fragen stellen Kinder immer wieder. Sie staunen über die Welt und hinterfragen, was für viele Erwachsene selbstverständlich ist. Forscher hingegen funktionieren wie Kinder. Sie müssen hinterfragen oder eben kritisch denken. Nur so finden sie neue Antworten. Und genau deshalb sind sie die richtigen, um den Kindern beim Entdecken der Welt zur Seite zu stehen.

Die Kinderuniversität bringt zwischen Februar und April mit vier Vorlesungen und acht Workshops Wissenschaftler und Kinder zusammen, wie die Universität Zürich mitteilt. Mit dabei ist auch Stephan Neuhauss. Der Professor für Molekulare Biologie geht in seiner Vorlesung im Frühlingssemester der Kinderuniversität der Frage nach, warum die Sonne anders auf Fische einstrahlt als auf Menschen. Dazu analysiert er die menschliche Haut, erklärt, wie das Sonnenlicht funktioniert und was passiert, wenn es aufs Wasser trifft. Kinder sollen dabei auch lernen, wie sie sich vor einem Sonnenbrand schützen können. Neuhauss kennt sich mit Fischen übrigens gut aus. Er erforscht mit seinem Team am Institut für Molekulare Biologie anhand von Zebrafischen, wie das Nervensystem funktioniert.

Zyklop, was zeigst du uns?

Die Monster haben es zwei Literaturwissenschaftlerinnen angetan. Längst nicht alle Fantasiewesen, die wir heute als Monster bezeichnen, galten nämlich ursprünglich als solche. Vielmehr sollten diese Kreaturen den Menschen etwas zeigen. Doch was? Und wem? Das wollen die beiden Akademikerinnen zusammen mit den Kindern in ihrer Vorlesung erarbeiten. Und darüber hinaus auch ein Stück ihre Leidenschaft für Bücher und, was sich darin alles erforschen lässt, einem jungen Publikum weitergeben.

Praktischer geht es in den Workshops zu und her. Da werden zum Beispiel Experimente mit Luft durchgeführt oder Geheimschriften erfunden. Letztere haben viel mit Mathematik zu tun. Und damit auch mit der Verbreitung des Internets, weil Mathematik es erlaubt, verschlüsselte Informationen zu übertragen. Wer lieber mit dem Mikroskop arbeitet, kann mit einem Parasitologen das Verhalten einer Zecke beobachten.

700 junge Wissenschaftler

Die Kinderuniversität pflegt den Austausch zwischen Kindern und der Universität und fördert die Chancen auf Bildung für jedermann. Ziel ist es auch, dass die Kinder den Universitätsbetrieb von innen kennen lernen und wissen, womit sich Akademiker beschäftigen. Kinderuniversitäten gibt es auf der ganzen Welt. In Zürich besuchen jedes Semester rund 700 Schüler die Kinderuniversität.

Das Angebot der Universität Zürich ist gratis und richtet sich an Primarschüler von der 3. bis zur 6. Klasse. Die schulische Leistung zählt für dieses Angebot nicht. Einzige Voraussetzung ist, dass die Kinder neugierig sind. Die Vorlesungen dauern jeweils 45 Minuten und finden am Mittwochnachmittag auf dem Campus Irchel statt. Die Workshops finden mittwochs und samstags statt und dauern zwei Stunden. Der Veranstaltungsort variiert, die Platzzahl ist beschränkt.

Ab Donnerstag, 11. Januar 2018, können die Anmeldeformulare für die gesamte Vorlesungsreihe auf der Website der Kinderuniversität heruntergeladen werden und müssen ausgedruckt an die Kinderuniversität geschickt werden. Für die einzelnen Workshops kann man sich vom 11. bis zum 20. Januar anmelden. Das Los entscheidet, wer am Workshop teilnehmen kann.
(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.01.2018, 14:00 Uhr

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