Zürich hat ganz neue Pläne

Bald wird der letzte Stadtplan aus Papier abgehängt. Orientierungshilfen auf öffentlichem Grund wird es aber weiterhin geben – und die bieten sogar weit mehr als Karten.

So sehen Zürichs neue Stadtpläne aus. Ab Juni werden sie an insgesamt 15 Standorten stehen.

So sehen Zürichs neue Stadtpläne aus. Ab Juni werden sie an insgesamt 15 Standorten stehen. Bild: Stadt Zürich

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Als «analoge Stelen» bezeichnet das Zürcher Hochbaudepartement die Schaukasten mit den gedruckten Stadtplänen, die Touristen schon häufig aus der Patsche geholfen haben. Stele? Analog? Das klingt alt, dachte sich auch die Stadt und rüstet jetzt auf. Bis Ende Juni stellt sie an 15 Standorten in Zürich interaktive E-Stadtpläne auf – unter anderem am Bahnhof Oerlikon, beim Schwamendingerplatz und auf dem Paradeplatz. Parallel dazu entfernt die Stadt alle konventionellen Stadtpläne, die teils von der Witterung arg beschädigt sind.

2013 waren sie noch modern: Zürichs papierige Stadtpläne, hier am Bahnhof Enge. Bild: Keystone

Am Bahnhofquai wurde der Stadtplan bereits abgehängt. Bild: Tim Wirth

USB-Ladebuchsen und WLAN

Den neuen digitalen Stadtplänen kann das Wetter nichts mehr anhaben: Ein Touchscreen schützt die Elektronik. Wer sich Informationen verschaffen will, kann aus verschiedenen Karten anwählen – auch historischen. Dazu sind touristische Informationen hinterlegt, und der Fussweg einer bestimmten Route kann berechnet werden. Neben Orientierung bieten die E-Stadtpläne auch Fahrpläne, einen Eventkalender, News aus der Stadt sowie Notfallinformationen.

Bei jedem Gerät gibt es kostenloses WLAN und USB-Ladebuchsen. Alle Inhalte sind mehrsprachig verfügbar. Für körperlich beeinträchtigte Menschen haben die Screens eine absenkbare Menüführung.

Nicht nur Orientierungshilfe: Die neuen Screens bieten auch einen Eventkalender, Notfallinformationen und vieles mehr. Bild: Stadt Zürich

Zürich verdient Geld mit den Screens

«Wie die Geräte in Zürich genau ausgestaltet werden, bestimmen wir in den nächsten Wochen mit der Stadt», sagt Ursulina Stecher, Sprecherin von Clear Channel. Die Werbefirma hat den Auftrag für die Erstellung der E-Stadtpläne erhalten. Für die bauliche Vorbereitung der Anlagen fallen der Stadt einmalige Kosten von rund 560'000 Franken an. Clear Channel wiederum darf als Eigentümerin die Screens mit Werbung bespielen, wofür sie der Stadt jährlich knapp 550'000 Franken zahlt.

In Luzern sind bereits sieben vergleichbare Screens im Einsatz, wie die Stadt Zürich mitteilt. Gemäss einer Umfrage bevorzugen 84 Prozent der in Luzern befragten Personen die digitalen Stadtpläne gegenüber den analogen. 94 Prozent empfinden die interaktiven Portale zudem als nützlich.

Video: In Luzern gibt es sieben E-Stadtpläne. Die Zürcher Screens werden ähnlich aussehen. Quelle: Clear Channel

Laut einer Umfrage bevorzugen 84 Prozent der Luzerner die digitalen Screens gegenüber den analogen Stadtplänen. Quelle: Clear Channel

Erstellt: 11.03.2019, 10:53 Uhr

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