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Weniger Auflagen, billigere Krippen

Wenn es heute einen Überschuss an Krippenplätzen gibt, warum sinken dann nicht die Preise?

In jeder Diskussion um Vereinbarkeit von Beruf und Familie wurde in den letzten Jahren gebetsmühlen­artig wiederholt: In der Schweiz gibt es zu wenig Krippenplätze. Das gilt seit neustem nicht mehr: Seit der Bund die Finanzierung vor zehn Jahren angeschoben hat, ist die Lage wesentlich besser geworden. Das ist die gute Nachricht. Die schlechte ist das Preisschild, das daran hängt. Denn die meisten Krippenplätze sind nicht subventioniert und damit so teuer, dass sich eine Mittelstandsfamilie knapp einen Platz leisten kann, aber keinen zweiten.

Was tun? Es gibt drei Lösungen: Entweder die Frau bleibt zu Hause – was Konservative befürworten, weil Kinderbetreuung eine private und keine staatliche Aufgabe sei. Sie blenden dabei aus, dass die Mütter so aus dem Erwerbsleben kippen, womit ihre teuren Ausbildungen vergebens waren. Auch das kostet den Staat Geld, und zudem gehen ihm Steuereinnahmen verloren. Die zweite Lösung ist, die bittere Pille zu schlucken, das Zweiteinkommen für die Krippe aufzuwerfen und es als Investition ins spätere Berufsleben zu betrachten. Denn mit einem vernünftigen Pensum im Beruf zu bleiben, bedeutet bessere Aufstiegschancen, wenn die zeitintensive Babyphase erst vorbei ist. Die dritte Lösung ist, sich privat zu organisieren – nur dass nicht jeder diese Möglichkeiten hat.

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