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Wenn das Du Konsequenzen hat

Sie im Hort, Du im Coop. Wir wollten von Ihnen wissen, wie Sie zu den hiesigen Umgangsformen stehen. Die Umfrage zeigt: Es gibt einen Du-Sie-Graben.

Knapp ein Drittel der Leserinnen und Leser gibt an, zu oft geduzt zu werden.
Knapp ein Drittel der Leserinnen und Leser gibt an, zu oft geduzt zu werden.
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Der Du-Sie-Graben liegt nicht zwischen Stadt und Land oder Mann und Frau, sondern entlang des Alters: Je älter eine Person ist, desto eher fühlt sie sich zu oft geduzt.
Der Du-Sie-Graben liegt nicht zwischen Stadt und Land oder Mann und Frau, sondern entlang des Alters: Je älter eine Person ist, desto eher fühlt sie sich zu oft geduzt.
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Bei all jenen, die bei der Leser-Umfrage angegeben haben, sich an der hiesigen Du-Kultur nicht zu stören, wünschen sich rund 45 Prozent, von Jüngeren geduzt zu werden. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Wunsch aber ab.
Bei all jenen, die bei der Leser-Umfrage angegeben haben, sich an der hiesigen Du-Kultur nicht zu stören, wünschen sich rund 45 Prozent, von Jüngeren geduzt zu werden. Mit zunehmendem Alter nimmt dieser Wunsch aber ab.
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Sie oder Du? Oftmals ist unklar, welche Umgangsform angebracht ist. Zürcher Horte haben kürzlich neue Regeln geschaffen: Die Du-Anrede hat ausgedient. In Zukunft haben Kinder und Eltern das Hortpersonal zu siezen. Beim Detailhändler Coop haben die Verantwortlichen anders entschieden: In Coop-to-go-Geschäften gilt neuerdings das Du. Wer den Überblick bei den verschiedenen Regeln verloren hat, dem rät Benimmpapst Christoph Stokar die einfache Daumenregel: Rang vor Alter vor Geschlecht darf das Du anbieten.

Doch was denken Sie über die hiesigen Umgangsformen? 2563 TA-Leserinnen und -Leser haben uns Fragen zum Thema beantwortet. Die Antworten der nicht repräsentativen Umfrage zeigen: Es gibt viele, die mit dem Status quo unzufrieden sind. Knapp ein Drittel (31,9 Prozent) der Teilnehmer beklagt sich, zu oft geduzt zu werden. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Städter, Frauen oder Männer handelt. Der Sie-Graben verläuft entlang der Altersgrenze. Je älter eine Person, desto eher fühlt sie sich zu oft geduzt. Bei den über 60-Jährigen moniert fast jeder Zweite, er oder sie würde zu häufig geduzt.

In bestimmten Situationen stört das Du die Sie-Fraktion weniger. Tropft der Schweiss, fallen die Umgangsformen. Denn weniger als jeder Zehnte stört sich am Du unter Sportlern. Die Du-Kultur, wie sie in den Coop-to-go-Geschäften gilt, ist hingegen gar nicht beliebt. 9 von 10 stört das Du beim Einkaufen und im Restaurant besonders. Jeder Dritte gibt sogar an, dass er oder sie wegen des Du nicht mehr in einem bestimmten Restaurant oder Geschäft konsumiere.

Das Du am falschen Ort, an die falsche Person gerichtet, kann durchaus Konsequenzen haben. Sollten Sie sich daher an die Benimmregel Rang vor Alter vor Geschlecht darf das Du anbieten halten? Schlecht fahren Sie damit nicht. Wobei das Alter bei unseren Lesern besonders hoch zu gewichten ist: 8 von 10, die angegeben haben, zu oft geduzt zu werden, stört es besonders, wenn sie von Jüngeren mit Du angesprochen werden.

Es ist aber nur eine Minderheit, die sich offen gegen das Du wehrt. Nur jeder Fünfte sagt seinem Gegenüber, dass das Sie angebracht wäre. Knapp zwei Drittel wählen hingegen den passiven Widerstand: Sie siezen ihren Mitmenschen konsequent weiter und hoffen, der Wink mit dem Zaunpfahl kommt an.

Das Alter spielt auch bei der Du-Fraktion eine wichtige Rolle, also bei all jenen, die bei der Leser-Umfrage angegeben haben, sich an der hiesigen Du-Kultur nicht zu stören. Rund 45 Prozent wünschten sich, öfter von Jüngeren geduzt zu werden. Ein möglicher Grund dafür ist die schwindende Jugend, die einem öfter ein Sie von Jüngeren einbrockt als erwünscht. Mit steigendem Alter nimmt der Wunsch jedoch wieder ab.

Und was halten unsere Leser von den neuen Regeln in Zürcher Horten, welche dem Du abschwören? 58,8 Prozent haben dafür Verständnis – obwohl 63,4 Prozent angeben, in ihrem Büro gelte das Du, vom Lehrling bis zum Chef.

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