Wenn sich die Steuern plötzlich verzwölffachen

Ein Systemfehler im Steueramt der Stadt Zürich sorgt für Verwirrung. Hunderte Steuerzahler haben exorbitante Rechnungen erhalten.

Im Februar wurden die provisorischen Steuerrechnungen 2015 verschickt: Stapel Steuererklärungen in einem Zürcher Steueramt.

Im Februar wurden die provisorischen Steuerrechnungen 2015 verschickt: Stapel Steuererklärungen in einem Zürcher Steueramt. Bild: Keystone

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Im Februar haben bis zu 500 Zürcher Steuerzahler eine völlig realitätsfremde provisorische Steuerrechnung erhalten, schreibt die NZZ am Mittwoch. Betroffen seien ausschliesslich Personen mit einer unterjährigen Steuerpflicht – also jene, die seit letztem Jahr verwitwet sind, oder Ausländer, die zuvor quellenbesteuert worden waren und für einen Teil des letzten Jahres erstmals eine Steuererklärung ausfüllen mussten.

Bei ihnen wurde die Angabe des Nettolohns vom System als Monatslohn interpretiert und dann aufs ganze Jahr hochgerechnet. Die NZZ schreibt von einem Fall, in dem der provisorische Steuerbetrag 2015 so auf rund 98'000 Franken berechnet wurde. Derselbe Steuerzahler musste früher rund 8000 Franken pro Jahr berappen.

Da es sich bei der provisorischen Steuerrechnung nur um eine Empfehlung und nicht um die Schlussrechnung handelt, werden die Betroffenen gemäss Steueramtschef Bruno Fässler nicht über den Systemfehler informiert. Sie würden im April eine neue Rechnung erhalten mit dem Hinweis, dass diese die erste Zahlungsempfehlung ersetze. (tif)

Erstellt: 11.03.2015, 08:01 Uhr

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