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Wer hat die 825'000 Franken teure Cartier-Kette gestohlen?

Glück für eine mutmassliche Millionendiebin aus Zürich. Sie wurde nur wegen zwei kleineren Diebstählen verurteilt. Von der Luxus-Kette fehlt weiter jede Spur. Gibt es einen zweiten Täter?

Laut Anklage hatte die Schweizer Vermieterin im Sommer 2007 eine reiche deutsche Mieterin innerhalb von fünf Wochen um Schmuck und Wertsachen für über eine Million Franken gebracht. Gemäss Gerichtsurteil konnten der Angeklagten iranischer Abstammung jedoch nur zwei Diebstähle einer Bulgari-Tasche sowie einer Damenarmbanduhr der Marke «Chopard» mit einem Deliktsbetrag von rund 21'000 Franken nachgewiesen werden. Das führte noch zu einer bedingten Geldstrafe von 360 Tagessätzen zu 50 Franken wegen mehrfachen Diebstahls sowie mehrfachen Hausfriedensbruchs.

Mit Drittschlüssel Wohnung geöffnet

Laut Staatsanwaltschaft war die heute 49-jährige Angeklagte zwischen dem 6. Juli und dem 20. August 2007 mit einem Drittschlüssel vier Mal in ihre von der Geschädigten angemieteten Wohnung im Kreis 1 eingedrungen.

Beim Opfer handelte es sich um eine heute 36-jährige Kauffrau aus Deutschland. Der grösste Coup soll der Diebin beim letzten «Besuch» gelungen sein. Dabei soll sie Pretiosen für über eine Million Franken entwendet haben. Darunter eine Halskette der Marke «Cartier» für rund 825'000 Franken.

Nur teilweise geständig

Am 23. August 2007 schritt die vom Opfer eingeschaltete Polizei bei der Angeklagten zu einer überraschenden Hausdurchsuchung. Dabei stellten die Fahnder die Bulgari-Handtasche und später auch die von der Angeschuldigten gerade noch aus dem Fenster geworfene Damenarmbanduhr sicher.

Von dem Grossteil der Beute fehlte aber jegliche Spur. Vor Gericht gab die Angeklagte lediglich die Hausfriedensbrüche zu. Die Diebstähle stellte sie dagegen kategorisch in Abrede. Auch bei den zwei gefundenen Gegenständen: Diese habe sie bloss als Pfandstücke aufgrund ausstehender Mietzahlungen an sich genommen.

Die Verteidigung setzte sich deshalb für eine milde Bestrafung mit einer Busse von 1000 Franken ein. Im Gegensatz zum Staatsanwalt, der neben einer bedingten Freiheitsstrafe von 21 Monaten eine Busse von 1000 Franken forderte.

Dritttäterschaft nicht ausgeschlossen

Da die Geschädigte den Zimmerschlüssel auch einer anderen Person anvertraut hatte, schloss das Gericht beim grössten Coup eine Dritttäterschaft nicht aus. Zudem befanden es die Richter als aussergewöhnlich, dass die Polizei nur zwei Gegenstände sicherstellen konnte.

In einem letzten Teil bürdete das Gericht der Vermieterin aufgrund des groben Vertrauensmissbrauchs trotz des Teilfreispruchs sämtliche Gerichtskosten von 4000 Franken auf. Zudem wurde die Diebin verpflichtet, der Geschädigten eine Prozessentschädigung von 8000 Franken zu entrichten. Die bestohlene Deutsche wurde mit ihren weiteren finanziellen Forderungen auf den Weg eines Zivilprozesses verwiesen.

SDA/pbe

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