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Wer raucht, bekommt den Job nicht

Der Inhaber des Zürcher Beachwear-Ladens Ta-bou beschäftigt keine Raucher – und stellt bei Bewerbungen heikle persönliche Fragen.

Raucher unerwünscht: Ta-bou-Inhaber Gianni De Nicola will keine Mitarbeiter, die nach Nikotin riechen.
Raucher unerwünscht: Ta-bou-Inhaber Gianni De Nicola will keine Mitarbeiter, die nach Nikotin riechen.
Screenshot/Google-Street-View

«Als Erstes wurde ich gefragt, ob ich rauche», sagt A. M.*, als sie sich vor kurzem beim Beachwear-Laden Ta-bou bewerben wollte. Sie habe gesagt, dass sie sich während der Arbeit nur eine Zigarette in der Mittagspause genehmige: «Da bekam ich gleich eine Absage.» Sie fühle sich diskriminiert.

Ta-bou-Inhaber Gianni De Nicola sieht das anders: «Ich suche mir im Privat- und Berufsleben aus, wen ich gerne um mich herum habe. Und das sind nun mal Nichtraucher.» Ihn störe es, wenn einer seiner rund 30 Mitarbeitenden nach Nikotin rieche. «Zudem machen die meisten Raucher öfter Pause als Nichtraucher – diese Zeit will ich nicht bezahlen», so der 66-Jährige. De Nicola lässt die Angestellten im Vertrag unterschreiben, dass sie weder während der Arbeits- noch in der Mittagszeit rauchen werden.

Schwanger? Drogen? Arbeitslos?

Gar keine Chancen hat man bei Tabou, wenn man auf dem Bewerbungsbogen persönliche Fragen nach einer aktuellen Schwangerschaft, Drogenkonsum oder Arbeitslosigkeit nicht beantwortet. «Ich weiss, das ist nicht legal, doch Ehrlichkeit ist für mich eine wichtige Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.»

Thomas Geiser, Experte für Arbeitsrecht an der Universität St. Gallen, stellt klar: Wer sich für eine Stelle bewirbt, muss in der Regel nicht sagen, ob er raucht, Drogen nimmt oder arbeitslos ist. Auch sei Rauchen während der Pause bei der Arbeit kein Kündigungsgrund. Nicht zulässig ist auch die Frage nach einer Schwangerschaft bei der Bewerbung.

Übernommen von «20 Minuten», bearbeitet durch Tages-Anzeiger/Newsnet.

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