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Wie CNN den Hauptbahnhof feiert

Der US-Sender bringt die SBB auf die weltweite Nachrichtenbühne – und ist voll des Lobes für deren Pünktlichkeit und Präzision. Eine erfrischende Aussensicht für frustrierte Pendler.

«Die orangefarbene Armee vom Zürcher Hauptbahnhof»: SBB-Gleisarbeiter im CNN-Beitrag.
«Die orangefarbene Armee vom Zürcher Hauptbahnhof»: SBB-Gleisarbeiter im CNN-Beitrag.
Screenshot CNN

Der Pflichtteil von Daniele Pallecchis Arbeit ist eher unangenehmer Natur: Als SBB-Mediensprecher muss er Pannen und Verspätungen erklären oder die alljährlichen Preisaufschläge kommunizieren. Umso mehr dürfte er seine Kür genossen haben, zu der ihm kürzlich eines der weltweit wichtigsten Leitmedien die Gelegenheit gab. Der Nachrichtensender CNN war in Zürich zu Besuch, um die SBB zu porträtieren.

Gleich zwei Beiträge widmete der US-Sender in seinem Spezial-Format «The Gateway» den SBB – gesponsert von Russian Railways. Locker auf einer Bank im Hauptbahnhof sitzend, darf Daniele Pallecchi dem weltweiten Publikum die Bedeutung des grössten Schweizer Bahnhofs und internationalen Hubs erläutern: «Wenn Zürich funktioniert, dann läuft das ganze Netz.»

«Wie ein Uhrwerk»

Der erste Teil der Dokumentation handelt von der Präzision, mit der die SBB den Betrieb im Hauptbahnhof mit seinen 3000 Zügen und 350'000 Passagieren täglich über die Bühne bringen («Swiss trains run like clockwork» – «Die Schweizer Züge fahren wie ein Uhrwerk»). Die SBB-Bahnhofsuhr, weiss Moderatorin Becky Anderson, sei zum Symbol geworden für die Pünktlichkeit der Schweizer Bahn. Der Taktfahrplan, für Schweizer Zugreisende längst die Regel, wird im internationalen TV zur News.

Die zweite Folge der Dokumentation widmet sich dem Bau der Durchmesserlinie, die dem Hauptbahnhof bis 2020 ermöglichen soll, doppelt so viele Passagiere pro Tag aufzunehmen. «Die Schweizer sind süchtig nach Zugfahren», kommentiert SBB-Sprecher Pallecchi die über 3000 Kilometer, die Herr und Frau Durchschnittsschweizer jährlich auf der Schiene zurücklegen – mehr Zug fahren nur die Japaner.

Das Wunder der Durchmesserlinie

«Deshalb müssen wir die Kapazität erhöhen», so Pallecchi. Dass die Realisierung dieses grössten städtebaulichen Projektes der Schweiz bei vollem Betrieb vor sich geht, feiert CNN-Reporterin Anderson als kleines Wunder. Zu diesem Wunder gehört, dass die 350'000 Passagiere, die jeden Tag an der unsichtbaren Riesenbaustelle vorbeipendeln, davon kaum etwas mitbekommen.

Zwar blendet die CNN-Reportage überfüllte Züge und Verspätungen in den Stosszeiten aus – knapp 90 Prozent der Reisenden würden trotz des tiefgreifenden Umbaus fahrplanmässig transportiert, heisst es im zweiten Beitrag. Der Blick von aussen auf etwas, das uns Schweizern schon als selbstverständlich vorkommt, lohnt sich aber allemal.

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