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Wie die Rettungsleute auf den Einsatz warten

In der Brandwache von Schutz und Rettung herrscht 24 Stunden Hochbetrieb. Doch was genau geschieht dort zwischen den Einsätzen? Erster Teil der Serie «Was hinter verschlossenen Türen steckt».

Die Brandwache Manesse: Der Gebäudekomplex umfasst Fahrzeughalle, Werkstätten, Personal- und Verwaltungsräume sowie die Einsatzzentrale. Hier arbeiten rund 100 Leute.
Die Brandwache Manesse: Der Gebäudekomplex umfasst Fahrzeughalle, Werkstätten, Personal- und Verwaltungsräume sowie die Einsatzzentrale. Hier arbeiten rund 100 Leute.
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250 Einsatzfahrzeuge stehen Schutz und Rettung Zürich insgesamt zur Verfügung.
250 Einsatzfahrzeuge stehen Schutz und Rettung Zürich insgesamt zur Verfügung.
Tina Fassbind
...die Fahrzeuge rücken nach Plan aus.
...die Fahrzeuge rücken nach Plan aus.
Tina Fassbind
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Die Brandwache Manesse im Zürcher Kreis 3 hat stattliche Dimensionen. Über fünf Etagen erstreckt sich das Gebäude von Schutz und Rettung (SRZ). Das gesamte Areal umfasst 4456 Quadratmeter. Durch neun Tore rücken die Rettungsfahrzeuge zu ihren Einsatzorten aus. Doch was steckt hinter der Fassade und womit verbringen die Mitarbeiter ihre Zeit, bis sie zum nächsten Einsatz fahren? Roland Portmann, Mediensprecher von SRZ, hat Tagesanzeiger.ch die Türe geöffnet und Einblicke in Räume gewährt, die Aussenstehenden normalerweise verschlossen bleiben.

So zum Beispiel in die Einsatzleitzentrale, wo Notrufe auf die Nummern 118 und 144 eingehen. «Gearbeitet wird in der Einsatzleitzentrale in 12-Stunden-Schichten», erklärt Portmann. 9 Disponentinnen und Disponenten nehmen hier und in der zweiten Einsatzleitzentrale am Flughafen rund um die Uhr Notrufe und weitere Telefonate entgegen und bieten die zuständigen Rettungskräfte auf.

Viel Handarbeit

Doch auch ausserhalb der Einsatzleitzentrale ist Däumchendrehen in der Brandwache nie angesagt. Die Pausen- und Präsenzzeiten sind genau festgelegt. In der einsatzfreien Zeit werden vor allem Ausbildungen absolviert, das Einsatzmaterial wird gewartet, oder man betreibt Sport, um für die Arbeit bei der Berufsfeuerwehr fit zu bleiben.

In den hauseigenen Werkstätten werden viele Arbeiten selbst ausgeführt. «Jeder Mitarbeiter von Schutz und Rettung bringt Berufserfahrung mit, die er hier in der Brandwache einsetzen kann», erklärt Portmann. Niemand könne direkt in die Berufsfeuerwehr eintreten. «Um die Ausbildung beginnen zu können, braucht es eine gewisse Lebenserfahrung. Man ist unter Umständen in belastende Einsätze involviert. Bewerberinnen und Bewerber werden genau geprüft.»

Übung im Dunkeln und bei Rauch

Eindrücklich ist die Übungsanlage im Keller der Brandwache: der sogenannte Kriechgang. Über die gesamte Länge des Gebäudes erstreckt sich dieser knapp einen Meter hohe Gang. Er ist gespickt mit Hindernissen und engen Durchgängen. «Je nach Übungsszenario herrscht hier völlige Dunkelheit, und es kann zusätzlich Kunstnebel in den Gang gelassen werden», erklärt Portmann und knipst den Lichtschalter aus. Auch ohne Rauch kann man sofort die Hand vor Augen nicht mehr erkennen. Im Dunkeln fügt Portmann an: «Die Einsatzkräfte üben teilweise in Vollmontur, inklusive Atemschutzgerät. Die Kleider und die Ausrüstung sind über 20 Kilo schwer.»

«Nichts ist dem Zufall überlassen»

Wird in der Brandwache Alarm ausgelöst, sind die Männer und Frauen von Schutz und Rettung sofort parat. Eben erst sitzen gut ein Dutzend Männer noch in der Mensa bei der Pause, Sekunden später rutschen sie an der Stange hinunter zu den Einsatzfahrzeugen, schlüpfen in die bereitstehenden Schuhe und Hosen und steigen ein. Drei Tore öffnen sich und die Einsatzfahrzeuge fahren los. «Die Abfolge der Ausfahrt und die Aufgaben der ausrückenden Personen sind genau geregelt. Nichts ist dem Zufall überlassen», sagt Portmann, bevor er selber gehen muss. «Vielleicht muss ich zu diesem Ereignis noch eine Medienmitteilung schreiben.»

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