Wie es mit der Migros Brunau weitergeht

Die Siedlung Brunaupark in Zürich-Wiedikon soll abgerissen werden. Davon ist auch ein besonders beliebter Teil des Einkaufszentrums betroffen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

In der Brunau am Rande von Wiedikon direkt bei der Zürcher Autobahneinfahrt stehen grosse Veränderungen an. Wie Ende 2018 bekannt wurde, will die Pensionskasse der Credit Suisse Group ihre Siedlung Brunaupark durch eine Grossüberbauung ersetzen.

Was das Unternehmen auf dem Areal konkret umsetzen will, ist noch immer unklar. Auch heute lässt die CS einzig verlauten, dass momentan verschiedene Optionen für die Neugestaltung geprüft würden und man die Mieterschaft informiere, sobald Details über die nächsten Schritte vorliegen.

Zu den betroffenen Mietern im Brunaupark gehört neben den Bewohnern von rund 200 Wohnungen auch die Migros. Sie ist seit 1982 in der CS-Liegenschaft an der Giesshübelstrasse 65 eingemietet und betreibt dort das Einkaufszentrum Brunaupark. «Wir warten wie alle anderen Mieter auch auf weitere Entscheide der Eigentümerschaft», sagt Migros-Sprecher Francesco Laratta.

Beliebtes Einkaufszentrum

Die Filiale ist sehr beliebt. Zahlreiche Anwohner tätigen dort ihre Einkäufe, weil das Angebot auf der Verkaufsfläche von 2815 Quadratmetern besonders gross ist. Insbesondere das Gartencenter samt Do-it-Yourself-Sortiment hat regen Zulauf. Es ist das grösste der Migros in Zürich und eines der wenigen dieser Art in Stadt überhaupt. Die meisten Häuser in der Umgebung des Brunauparks verfügen über kleinere Gärten und die Bewohner schätzen es, Pflanzen, Töpfe oder Erde gleich im Quartier zu kaufen.

Die CS äussert sich auf Anfrage nicht dazu, ob sie in den geplanten Neubauten Ladenflächen an die Migros vermieten wird. Zumindest in zwei Visualisierungen der Projektstudien, welche vier Architekturbüros für die Neuüberbauung eingereicht haben, ist wieder eine Migros-Filiale zu sehen. Und wie der Website eines Architekturbüros zu entnehmen ist, habe der Studienauftrag «die städtebauliche Aufwertung des Areals mit einer neuen Wohnüberbauung und unter Einbezug der Migros» zum Ziel.

Migros will bleiben – und plant Provisorium

Die Migros selbst ist laut Laratta sehr daran interessiert, auch in Zukunft an diesem für das Unternehmen sehr wichtigen Standort mit hohen Kundenfrequenzen ein Einkaufszentrum zu betreiben. Allerdings sieht auch er Sanierungsbedarf bei dem Gebäude aus den 80er-Jahren, das letztmals 2003 leicht umgebaut wurde, «insbesondere weil sich die Kundenbedürfnisse geändert haben».

Sollte es zu einem Abriss des Gebäudes an der Giesshübelstrasse 65 kommen, sei die Migros darum bemüht, den Kunden während der Umbauzeit ein Provisorium auf einer ausgelagerten Fläche auf dem Areal anzubieten. Ziel sei es, die Nahversorgung zu sichern und «ein attraktives Supermarktangebot» zur Verfügung zu stellen. «In welchem Umfang das möglich sein wird und welche Sortimente wir anbieten können, werden die Abklärungen mit der Eigentümerschaft und den Behörden zeigen.»

Ob auf den provisorischen Verkaufsflächen auch Gartenartikel oder Pflanzen verkauft werden können, ist unklar. Es bleibt auch ungewiss, ob in der Brunau nach einem allfälligen Umbau ein solches Angebot bestehen bleibt. Gut möglich, dass die Anwohner der Gartenstadt künftig längere Wege in Kauf nehmen müssen, um Waren für ihre Gärten einzukaufen.

Erstellt: 08.01.2019, 12:33 Uhr

Artikel zum Thema

Der Brunaupark soll teuren Wohnungen weichen

In Zürich-Wiedikon plant die Credit Suisse eine neue Überbauung. Dazu müssen das Migros-Center und mehrere Wohnblocks abgerissen werden. Mehr...

CS verlangt 70 Prozent mehr Miete

Die Credit Suisse hat den Mietzins für ihre 130 Wohnungen in der Zürcher Brunau massiv erhöht. Jetzt setzen sich die Mieter zur Wehr. Mehr...

«Man muss froh sein, wenn man nicht die Kündigung im Briefkasten hat»

In einer CS-Liegenschaft schlagen die Mieten nach einer Sanierung um satte 70 Prozent auf. Vor solchen Mietzinserhöhungen ist in Zürich niemand sicher. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Vergleichsdienst

Finden Sie in nur fünf Schritten die optimale Versicherung für Ihr Auto.
Jetzt vergleichen.

Weiterbildung

Gamen in der Schule

Die Schule bereitet Kinder auf die Arbeitswelt vor. Das Rüstzeug soll auch spielerisch vermittelt werden.

Kommentare

Service

Ihre Kulturkarte

Abonnieren Sie den Carte Blanche-Newsletter und verpassen Sie kein Angebot.

Die Welt in Bildern

Russische Torte: Indische Konditoren legen letzte Hand an eine essbare Kopie der Moskauer Basilius-Kathedrale, die sie für die 45. Kuchenausstellung geschaffen. (12. Dezember 2019)
(Bild: Jagadeesh NV) Mehr...