Wie ging das mit dem Zwingli-Hut?

Beim gestrigen Böögg waren zwei Dinge anders als sonst. Der Bööggbauer Lukas Meier kümmerte sich darum, dass dies auch funktionierte.

Nach dem Knall ist vor der Diskussion. Das galt gestern ganz besonders.

Nach dem Knall ist vor der Diskussion. Das galt gestern ganz besonders. Bild: Tom Egli

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Reden, Umzug, Reiter, Böögg, danach Feiern in den Zunfthäusern. So läuft das beim Traditionsfest Sechseläuten. Das Ritual wiederholt sich jährlich. Doch gestern Abend war etwas anders. Man konnte das an den Diskussionen in den Zunfthäusern ablesen. Ob der Kopf nun wirklich explodiert sei oder nicht. Und was es mit dem Zwingli-Hut auf sich hatte, der nach etwas mehr als vier Minuten vom Kopf des Böögg aus durch die Luft wirbelte.

Glück, oder besser: ausführliche Antworten geliefert bekommen hatte, wer den Abend in der Nähe des Schwamendinger Zünfters Lukas Meier verbrachte. Er kennt die Antworten, denn er muss jährlich beim Böögg-Bauen nach Lösungen suchen. Dank ihm geht das Spektakel jeweils wunschgemäss über die Bühne. Ein Zwingli-Hut sollte es in diesem Jahr sein, so hatte es der Grossmünster-Pfarrer Christoph Sigrist im Jahr des Zwingli-Jubiläums gewünscht.

Schlaflose Nächte

«Mir hat das einige schlaflose Nächte beschert», sagt Meier einen Tag nach dem Sechseläuten auf Anfrage des TA. Er habe doppelt so lange gebraucht für den Kopf, und sich manchmal gefühlt wie Daniel Düsentrieb. Doch das Tüfteln hat sich gelohnt.

Seine Lösung: ein nur etwas mehr als ein Kilo schwerer Hut aus Ballonseide. Eine Zündschnur, die weit hinunter hängt und zu brennen beginnt, sobald das Feuer ein bestimmtes Niveau erreicht. Und schliesslich fünf sich im Hals des Böögg befindliche Druckluftpetarden, die den Hut in die Luft schleudern. Um die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf den Böögg zu lenken, hat Meier zusätzlich am Hals einen Knallkörper installiert. Der ging ab, kurz bevor es den Hut lupfte. So was gab es an einem Sechseläuten bisher noch nie.

Durchschnitt ist gut

Meier zeigt sich am Tag nach dem Fest zufrieden. «Es verlief alles wie geplant», sagt er. Das gilt auch für die Dauer, die es brauchte, bis der Hauptböller unterhalb des Kopfes explodierte. 17:44 Minuten liegt nicht weit über dem Durchschnitt von 16 Minuten. Und alles, was Durchschnitt ist, ist für Meier eine gute Nachricht. Denn: «Bei zu vielen Abweichungen in Richtung Extreme kommen die Fragen.»

Die Fragen kamen auch so. Nämlich, ob der Kopf wirklich explodierte oder nicht. Auf den Fernsehbildern ist zu sehen, dass es den Kopf wegsprengte, noch bevor er zu brennen begann. «Böller im Kopf gibt es aus Sicherheitsgründen schon lange nicht mehr», sagt Meier. Diese seien unterhalb des Halses angebracht. Und so komme es manchmal vor, dass der Kopf nach der Explosion herunterfällt, anstatt in Flammen aufzugehen. So wie gestern. Es war eine dieser kleinen Überraschungen, über die man im Nachgang gut reden kann.

Erstellt: 09.04.2019, 17:38 Uhr

Lukas Meier, Zünfter und Böggbauer.

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