Wie Mann sich am Frauenstreik-Tag benehmen soll

Solidarisieren, aber wie? Ein kleiner Knigge für die Männer, damit sie am Frauentag in kein Fettnäpfchen treten.

Nur wenn der Haushalt gemacht ist und es nichts mehr zu tun gibt, darf Mann an die Demo.

Nur wenn der Haushalt gemacht ist und es nichts mehr zu tun gibt, darf Mann an die Demo. Bild: PD

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Die eine Kollegin sagt ihm: «Sicher musst du mitlaufen, Gleichberechtigung geht auch dich an.» Die andere Kollegin findet: «Männer haben an der Frauendemo nichts zu suchen.» Und eine dritte reicht provokativ nach: «Ab an den Herd.»

Wie benimmt sich ein Mann am Frauenstreiktag korrekt? Anna-Lea Imbach, Gewerkschaftssekretärin VPOD Zürich, sagt: «Zuallererst sollen Männer dafür sorgen, dass möglichst viele Frauen an diesem Tag teilnehmen können.»

Heisst etwa: die Arbeitskollegin entlasten, die Kinder der Nachbarin hüten, zu Hause den Haushalt für die Mutter machen, Mittagessen kochen... Die Reihe könne beliebig fortgesetzt werden. Doch wenn es nirgends mehr eine Frau aus dem Umfeld zu unterstützen gebe, dann sei ein solcher Mann beim Mitlaufen herzlich willkommen, sagt Imbach.

Erst die Arbeit, dann die Demo

Lorenz Keller von der Unia Zürich sieht das ähnlich: «Die Männer sollen für die Frauen einspringen, damit sie an den Kundgebungen teilnehmen können. Ganz selbstverständlich, ohne Dankbarkeit dafür zu erwarten.»

Die Gruppe Frauen*streikkollektiv Zürich sagt: «Wir wünschen uns, dass sich Männer mit den Anliegen der Frauen* solidarisieren.» Auch bei hier steht zuvorderst der Wunsch, dass die Männer Frauen so unterstützen, dass sie am Frauenstreiktag teilnehmen können.

Und sollen sie sich dem Umzug anschliessen?«An der Demonstration um 17 Uhr laden wir Männer weder ein noch aus. Sie stehen für einmal nicht im Zentrum.» Die Demo werde von einer grossen und starken Frauenspitze angeleitet. In den hinteren Teilen werde sie gemischt sein.

Der grösste Fettnapf

Für Christine Flintner von VPOD-Nationalverband sind Männer am Demozug «selbstverständlich willkommen». Der Katalog der Forderungen sei breit und vertrage alle möglichen Stimmen. Auch Keller sagt: «Alle Formen von Solidarität sind wichtig.»

Doch gelten bestimmte Regeln. Lorenz Keller hält fest: «Das ist der unbestrittene Tag der Frauen, und die Männer sollen sich zurückhalten. So wie es sonst die Frauen meistens tun.» Christine Flinter sagt: «Die Männer sollen sich nicht in die erste Reihe stellen.» Und auch nicht gleich ans Mikrofon drängeln. Der grösste Fettnapf sei aber «den Frauen erklären zu wollen, worum es beim Frauenstreik geht».

Frauenstreik in Zürich: Besammlung ab 16 Uhr am Limmatquai zwischen Central und Rudolf-Brun-Brücke. Start um 17 Uhr. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.06.2019, 11:09 Uhr

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