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Wieso Zürcher Heimleiter nach Ostfriesland reisen

125'000 Franken für ein «Wertedach»: Die Geschichte eines teuren Verwaltungsaktes.

Kaderleute und Heimleiter reisten nach Ostfriesland.
Kaderleute und Heimleiter reisten nach Ostfriesland.
Keystone

In den 24 Stadtzürcher Alterszentren läuft für die Mitarbeitenden ein Projekt unter dem Titel «Werte». Es gibt Konferenzen, Retraiten und Aktionen, es werden Flyer, Buttons und Schlüsselanhänger verteilt. Psychologen und Hirnforscher referieren, Heimleiter und Kaderleute reisen nach Ostfriesland oder Würzburg an «Werteseminare» mit externen Moderatoren, und in den Altersheimen gibt es jetzt «Wertebotschafterinnen», die «Schatzsuchen» durchführen.

Nun hat sich auch das Stadtparlament in die «Wertediskussion» eingeschaltet. FDP und Grüne wollen wissen, was das Ganze eigentlich soll und kostet. Der Stadtrat hat das Geheimnis in einer 8-seitigen Antwort gelüftet. Angesichts der räumlichen Distanz der Alterszentren brauche es ein gemeinsames «Wertedach». Gemäss Stadtrat wurden zwei «Grossgruppen-Veranstaltungen» durchgeführt, denen Sequenzen mit «Drumcafés» vorangegangen sind (laut Google ein interaktiver Trommel-Event). Damit verbunden seien redaktionelle und grafische Arbeiten und Ideenbörsen, welche den 32'000-Franken-Einsatz einer PR-Agentur nötig machten. Total kostete das Projekt letztes Jahr 125'000 Franken, die auf mehreren Konten verbucht wurden.

Gemäss Stadtrat verläuft das Projekt erfolgreich. Vor allem bei «Mitarbeitenden aus anderen Kulturen» sei ein «grosser Zuwachs an Selbstvertrauen und Freude» zu beobachten. Allerdings bestehe die Gefahr, dass es durch den sehr anspruchsvollen Prozess in den einzelnen Altersheimen zu Überlastungen und Überforderungen komme. Kleiner Tipp aus der TA-Redaktion: Vielleicht helfen ein paar externe Moderatoren, die man dann über verschiedene Konten abbuchen könnte.

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