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Windräder sollen Zürich mehr Strom liefern

Die Stadt will im grossen Stil Windparks bauen. Das EWZ könnte in den nächsten Jahren bis zu 300 Millionen Franken in diese Energiequelle stecken.

Die Stadt Zürich bezieht heute fast die Hälfte ihres Energiebedarfs von Atomkraftwerken. Falls sich das Volk am 30. November aber damit einverstanden zeigt, wird sie alle ihre Verträge mit Kernkraftwerken bis 2040 auslaufen lassen. Damit in Zürich dennoch nicht die Lichter ausgehen, muss sich die Stadt neue Energiequellen erschliessen – umweltfreundliche Energiequellen.

Eine teure Energie

Damit ist der Stadtrat gefordert, denn die Nachfrage nach erneuerbarer Energie ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen, die Preise ebenso. Damit die Kundschaft des EWZ nicht den grossen Schwankungen der Energiepreise ausgesetzt ist, will die Stadt, respektive ihr EWZ, selber im grossen Stil erneuerbare Energie produzieren, unter anderem mittels Windturbinen. Bereits vergangenes Jahr hat das Parlament einen Kredit von 20 Millionen Franken für den Bau von Windparks bewilligt. Das ist jedoch nur ein Klacks, verglichen mit den künftigen Investitionen: Der Stadtrat hat dem Gemeinderat kürzlich einen zweiten Rahmenkredit von 100 Millionen Franken beantragt. Der Kredit muss auch vom Volk bewilligt werden. Bis 2018 rechnet der Stadtrat gar mit Investitionen von bis zu 300 Millionen Franken. Für die Projektierung und Betreuung dieser Anlagen sind in den nächsten zwei Jahren überdies zehn zusätzliche Stellen geplant.

Mit diesen Investitionen könnte das EWZ etwa 60 Windturbinen bauen. Eine solche ist rund 100 Meter hoch (Nabenhöhe) und verfügt über Rotorblätter mit einem Durchmesser von etwa 80 Metern. Eine Turbine könnte je nach Windaufkommen zwischen 3 und 5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr produzieren. Damit wäre es heute möglich, 1100 bis 1800 Haushalte mit Strom zu versorgen. Ziel des Stadtrats ist es, bis 2018 40'000 Haushalte – mehr als jeden fünften – mit Windenergie zu versorgen. Wo diese Windräder stehen werden, steht in der Weisung nicht.

Nur: Was geschieht, wenn die Windparks weniger Energie erzeugen als geplant und der Strom knapp wird? Der Stadtrat glaubt nicht, dass die Technologie riskant ist, wie er schreibt. Windenergieanlagen seien heute technisch ausgereift. Die grosse Schwierigkeit sei vielmehr, geeignete Standorte zu finden – und sie auch zu bekommen. Da die Nachfrage nach «sauberer» Energie in den vergangenen Jahren sprunghaft angestiegen ist, ist auch die Konkurrenz um gute Standorte entsprechend gross; nur Windparks an bester Lage gelten nämlich als wirtschaftlich.

Zürcher Windpark im Waadtland

Die Stadt möchte für jeden Windpark eine eigene Projekt- und Betriebsgesellschaft ins Leben rufen. Dies ermöglicht es, dass sich auch die jeweiligen Standortgemeinden oder Elektrizitätswerke daran beteiligen könnten. So führt die Stadt zum Beispiel ihren Windpark auf dem Col du Mollendruz im Waadtland zusammen mit der Stadt Yverdon und weiteren lokalen Gemeinden. Dieser Park verfügt über zwölf Turbinen. Weitere drei besitzt das EWZ in Crussow im deutschen Brandenburg. Im Moment wird die erzeugte Energie noch ins deutsche Netz eingespeist, das EWZ prüft aber verschiedene Möglichkeiten, um den Strom physisch – mittels einer Leitung – nach Zürich zu bringen.

Wind liefert heute erst wenig Strom

Das EWZ hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2018 jedes Jahr 100 bis 200 Gigawattstunden aus Windenergieanlagen zu beziehen. Dies entspricht 3 bis 6 Prozent seines Absatzes. Heute ist es lediglich 1 Prozent, alle alternativen Energieformen zusammen (Biomasse, Windenergie, Sonnenenergie) bringen es gerade einmal auf 2,5 Prozent. Die Wasserkraft liefert über 50 Prozent der Energie, den Rest liefern die Atomkraftwerke. Die Anteile können aber je nach Witterung von Jahr zu Jahr deutlich schwanken.

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