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Wo bleibt die Verbesserung?

Die Stadt saniert eine wichtige Verkehrsachse beim Hauptbahnhof. Aber sie ändert nichts an den Radwegen – obwohl dies seit zehn Jahren verlangt wird.

Die Stadt Zürich geht die Sanierung der Zollbrücke an, die auf der Nordseite des Hauptbahnhofs zwischen Landesmuseum und Sihlquai über die Sihl führt. Die Brücke bildet unter anderem eine wichtige Verbindung zu den neuen Siedlungen, die derzeit dem Gleisfeld entlang entstehen: die Überbauungen Gleisarena und Gleistribüne der SBB und die Überbauung Zollhaus der Genossenschaft Kalkbreite.

Bis Montag, 11. Februar, sind die Pläne des Projekts aufgelegt. Gemäss Ausschreibung sind neben einer sogenannten Erdbebenertüchtigung der Brücke auch verschiedene Velomassnahmen geplant. Genauer will die Stadt die bestehenden Veloabstellplätze verschieben und einen Teil davon aufheben: Heute gibt es auf der Zollbrücke 198 oberirdische Veloparkplätze. Nach der Sanierung sollen es noch 176 sein.

Zwei heutige Stadträte haben danach verlangt

Was die Verkehrsführung anbelangt, warten Velofahrer vergeblich auf grosse Veränderungen. Zwar gibt es neu einen separaten Veloübergang zur Querung der Museumsstrasse zwischen Hauptbahnhof und Landesmuseum, ansonsten bleibt aber alles beim Alten. Der Radweg zum Abbiegen in die Zollstrasse wird erneut rot eingefärbt. Zum Sihlquai hin – wo später die Rampe hinab in den Velotunnel unter dem HB führen soll – gibt es auch in Zukunft keinen separaten Radweg.

Die Umbaupläne der Stadt für die Zollbrücke: Anklicken zum Vergrössern. (Plan: Tiefbauamt Stadt Zürich)
Die Umbaupläne der Stadt für die Zollbrücke: Anklicken zum Vergrössern. (Plan: Tiefbauamt Stadt Zürich)

Das erstaunt, denn die Forderung nach durchgehenden Velowegen auf der Zollbrücke wurde schon vor zehn Jahren im Zürcher Gemeinderat gestellt: Am 25. November 2009 reichten die beiden damaligen Gemeinderäte und heutigen Stadträte André Odermatt (SP) und Daniel Leupi (Grüne) eine Motion ein, in der sie ein durchgehendes Veloroutennetz in der Stadt Zürich verlangten. In ihrem Vorstoss nannten sie auch die Zollbrücke als eine der Achsen, auf denen durchgehende Velowege umgesetzt werden sollten.

«Die vorliegenden Pläne sind unbrauchbar. Wir werden sicher eine Einsprache einreichen»

Dave Durner, Geschäftsführer Pro Velo Zürich

Im Dezember 2013 liess der Stadtrat in einer Weisung verlauten, dass auf der Zollbrücke bis 2017 «eine Optimierung des Bestandes» vorgesehen sei. Gemäss aktueller Planung würden die Bauarbeiten auf der Brücke jedoch erst im Jahr 2020 starten und rund zehn Monate dauern. Damit liegt die Stadt nicht nur weit hinter ihrem Zeitplan. Auch eine Optimierung kann Dave Durner von Pro Velo Zürich nicht ausmachen. Im Gegenteil. «Die vorliegenden Pläne sind unbrauchbar. Wir werden sicher eine Einsprache einreichen», sagt er auf Anfrage.

Kollisionsgefahr bei den Parkplätzen

Durner kritisiert insbesondere die Anordnung des Radwegs beim Gleis 18 des Hauptbahnhofs: Die Velos müssen demnach auch in Zukunft hinter den Autos auf den Kurzzeit-Parkplätzen durchfahren, wenn auch neu in einem grösseren Abstand zu den Parkfeldern. Das geht Durner nicht weit genug, um gefährliche Situationen oder gar Kollisionen zu vermeiden. «Bei der Ausfahrt schaut kaum jemand, ob ein Velo kommt oder nicht. Aus unserer Sicht müsste eine Lösung her, bei der die Velos zwischen Parkplätzen und Perron fahren könnten.»

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Ein absolutes No-go ist für Durner die Aufhebung der 22 oberirdischen Veloabstellplätze auf der Brücke. «Wir verlangen, dass sie mindestens so lange bestehen bleiben, bis der Tunnel endlich realisiert ist.» Das dürfte frühestens im Herbst 2021 der Fall sein. Immerhin: Im Tunnel sollen dereinst rund 1100 neue Veloabstellplätze entstehen.

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