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Wo der Hase durch Zürich hoppelt

Schoggihasen sind an Ostern omnipräsent, Feldhasen erspäht man in der Stadt jedoch nur ganz selten – und wegen der Elefanten im Zoo noch seltener.

Eintägiger Junghase in einem Gerstenfeld (Bild: Denise Karp)
Eintägiger Junghase in einem Gerstenfeld (Bild: Denise Karp)

Wann haben Sie das letzte Mal einen Feldhasen gesehen? Um diese Frage zu beantworten, müssen wohl die meisten lange nachdenken. Vermutlich ist es lange her, als sie eines dieser seltenen Tier beobachten konnten und nicht nur die charakteristischen Spuren im Schnee. Dank diesen Spuren hat Grün Stadt Zürich vor zwei Jahren nachweisen können, wo der Feldhase auf dem Stadtgebiet von Zürich noch zu finden ist. An sechzehn Orten am Stadtrand haben die Langohren Spuren im Schnee hinterlassen, wie eine gezielte Suche von Biologen zwischen 2014 und 2016 ergeben hat. Die Spuren fanden sich vorwiegend an Waldrändern mit wenig begangenen Wiesen und in Waldlichtungen.

Elefanten «verdrängten» Feldhasen

Auch auf der Wiese unterhalb der Elefantenanlage beim Zoo konnten Mitarbeiter des Zürcher Tierschutzes auf dem Weg zum Arbeitsplatz regelmässig eine kleine Gruppe von bis zu drei Feldhasen beobachten. Aber mit den Bauarbeiten für den Elefantenpark sind die Feldhasen vor einigen Jahren verschwunden. Laut Marc Werlen, Mediensprecher von Grün Stadt Zürich, hat der Wildhüter auf dem benachbarten Adlisberg in diesem Winter einzelne Hasen gesehen.

Auf Kantonsgebiet liegt der Hasenbestand auf einem tiefen stabilen Niveau, wie Jürg Zinggeler, Adjunkt bei der kantonalen Fischerei- und Jagdverwaltung sagt. Die letztjährige Zählung habe einen Bestand von 1164 Tieren ergeben. Der Bestand schwanke zwischen 1100 und 1300 Hasen. Die Jäger würden im Frühjahr jeweils die Feldhasen in ihren Revieren zählen. Zinggeler betont, dass der Feldhase nicht geschützt ist, dass die Jäger sich aber ein freiwilliges Moratorium auferlegen würden. Im letzten Jahr seien 29 tote Feldhasen gezählt worden, fast alle von Autos erfasst. Das zeige, dass das Jagdmoratorium eingehalten wird, sagt Zinggeler.

Viele Junghasen überleben nicht

Die Gründe für den Rückgang des Feldhasenbestandes sind vielfältig: Einerseits fehlen auf vielen Feldern Hecken und Brachstreifen und der Lebensraum ist durch Strassen und Siedlungen zerstückelt. Andererseits scheint das Hauptproblem für den geringen Bestand beim Nachwuchs zu liegen, wie die Oltener Biologin und Feldhasenforscherin Denise Karp in einem Beitrag im Zürcher Tierschutz schreibt.

Der Verein hatte ihre Doktorarbeit finanziell unterstützt. Der grösste Teil der Junghasen, so hat Karp herausgefunden, überlebt in der heutigen Agrarlandschaft die ersten Lebenswochen nicht. Zu gross ist die Gefahr, ob widriger Wetterverhältnisse zu erfrieren, von einem Räuber erbeutet oder von landwirtschaftlichen Maschinen erfasst zu werden.

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