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Wolff reagiert auf Fangewalt in Zürich

Am Samstagabend attackieren FCZ-Anhänger zwei zivile Polizisten. Die Stadt hat jetzt eine neue Arbeitsgruppe eingesetzt.

Der Sicherheitsvorsteher ergreift neue Massnahmen: Polizisten beobachten Fussballfans vor dem Cup-Viertelfinal zwischen GC und dem FCZ im März 2015.
Der Sicherheitsvorsteher ergreift neue Massnahmen: Polizisten beobachten Fussballfans vor dem Cup-Viertelfinal zwischen GC und dem FCZ im März 2015.
Urs Jaudas

Rund 100 Anhänger des FC Zürich ziehen am vergangenen Samstag durch die Zürcher Altstadt. Sie besammeln sich am Abend vor dem Zürcher Fussballderby kurz nach 21 Uhr bei der Kantonsschule Hohe Promenade und marschieren los. Durch das Niederdorf zum Central und dann via Limmatquai zurück zum Bellevue. Dabei attackieren ein Teil aus dem Mob zwei zivile Polizisten, die ausgerückt sind, als sie die Meldung vom Marsch erhalten haben.

So schildert die Stadtpolizei Zürich die Ereignisse in einer Medienmitteilung. «Während des Umzugs wurden im Niederdorf zwei zivile Fahnder der Stadtpolizei anfänglich mit Flaschen und Steinen beworfen, dann in eine Ecke gedrängt und mit Faustschlägen traktiert», heisst es darin weiter. Einer der Polizisten rettet sich mit einem Sprung von einer vier Meter hohen Mauer beim Grossmünster. Ein anderer Beamter zückt die Dienstwaffe aus Notwehr. Verletzt wurden dabei laut Stadtpolizei niemand.

Auf Anfrage verurteilt Stadtrat Richard Wolff die Angriffe vom Samstagabend aufs Schärfste. Wie jetzt bekannt wird, hat der Stadtrat eine neue Arbeitsgruppe mit dem Namen Orbit ins Leben gerufen. Die interdepartementale Arbeitsgruppe verfolge das Ziel, Massnahmen gegen die Gewalt zu entwickeln, die von radikalisierten Fangruppen und Einzelpersonen ausserhalb der Fussballstadien ausgeübt wird. «Sie fokussiert die Themen, die sich ‹im Orbit› der Fussballspiele abspielen und nicht im Stadion», sagt Robert Soos, Sprecher von Richard Wolff. Ein wichtiger Aspekt sei die Prävention, da sich Rivalitäten zwischen Fans auf weitere Bereiche ausdehnen. «Die Arbeitsgruppe setzt sich aus Personen zusammen, die viel Praxiserfahrung mitbringen und die Themen und auch die Probleme sehr gut kennen», sagt Soos weiter.

Vereine haben Expertenrunde gegründet

Der Zwischenfall vom Samstag in der Altstadt blieb nicht der einzige am Derby-Wochenende. Am Matchtag verhindert die Polizei zweimal, dass die verfeindeten Fanlager aufeinander treffen. Nach dem Match beobachteten Einsatzkräfte in der Umgebung des Limmatplatzes wie ein FCZ-Fan von mehreren Personen attackiert wurde. Die Stadtpolizei Zürich schritt ein und nahm in diesem Zusammenhang 13 Personen vorläufig fest.

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Video: Ausschreitungen vor dem Derby im Oktober 2017

Vor der Partie FCZ - Grasshoppers wird der GC-Fanmarsch beim Hardturm angegriffen. Video: Leserreporter/Tamedia

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Seit geraumer Zeit häufen sich Meldungen von gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen GC- und FCZ-Fans. Im vergangenen Oktober gingen grosse Fangruppen des FC Zürich und der Grasshoppers Stunden vor Anpfiff des Derbys im Zürcher Kreis 5 mit Stühlen und Eisenstangen aufeinander los. Stadtrat Richard Wolff forderte anschliessend Massnahmen – und nahm die beiden Zürcher Clubs in die Pflicht. Die Gespräche aller Beteiligten sollten intensiviert werden. Konkrete Massnahmen stellte Wolff damals noch keine vor. Die Vereine kündigten eine neue Expertengruppe an. Zudem soll die Fanarbeit intensiviert werden.

Am kommenden Mittwoch treffen die Grasshoppers und der FC Zürich im Cup-Halbfinal erneut aufeinander.

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