Zehn Personen nach Kurden-Demo in Zürich festgenommen

Die Stadtpolizei kesselte am Sonntagabend eine unbewilligte Kundgebung ein. Dabei wurden Beamte angegriffen.

Polizeieinsatz auf der Walchebrücke am Sonntagabend. Bild: Screenshot/Instagram

Polizeieinsatz auf der Walchebrücke am Sonntagabend. Bild: Screenshot/Instagram

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Nachdem es am vergangenen Wochenende zu zwei unbewilligten, friedlichen Kurden-Demonstrationen gekommen war, kam es am Sonntagabend zu Scharmützeln zwischen der Polizei und Demonstranten. Dies teilt die Stadtpolizei Zürich heute Montag mit.

Ungefähr 30 Personen formten am Sonntagabend eine Nachdemo und gelangten zum türkischen Generalkonsulat an der Weinbergstrasse im Stadtkreis 6. «Nachdem die Stadtpolizei die Demonstrierenden abgemahnt hatte, bewegte sich die Gruppe in Richtung Hauptbahnhof und führte am Stampfenbachplatz eine Tramblockade sowie einen Sitzstreik durch», heisst es in der Mitteilung.

Gegen 19 Uhr stoppte die Stadtpolizei die Nachdemo auf der Höhe Walchebrücke und mahnte sie ein zweites Mal ab. Als die Demonstrierenden erneut mit einer Tramblockade begannen, bildete die Polizei einen Kessel, wobei einige der Polizisten tätlich angegangen wurden. «10 Demonstrationsteilnehmende wurden vorübergehend festgenommen. Davon werden drei Personen betreffend Gewalt und Drohung gegen Beamte der Staatsanwaltschaft zugeführt und sechs Personen wegen Hinderung einer Amtshandlung verzeigt», schreibt die Stadtpolizei. Meldungen über Sachbeschädigungen oder Verletzte liegen keine vor.

Erste Demo bereits am Samstag

Zuvor demonstrierten am Nachmittag zwischen 15 und 18 Uhr rund 2500 Kurden in der Innenstadt, um gegen die Angriffe der türkischen Armee auf Kurdengebiete in Nordsyrien zu demonstrieren. Die Umzugsroute führte via Stauffacherstrasse, Sihlporte, Uraniastrasse, Limmatquai, Münsterbrücke auf die Stadthausanlage, wobei am Limmatquai ein Sitzstreik veranstaltet wurde, bevor der Umzug bei der Stadthausanlage kurz stoppte. Daraufhin marschierten die Teilnehmenden wieder zurück zum Helvetiaplatz. Entlang der Route wurden Knallkörper sowie Pyros gezündet.

Den Auftakt der Demonstrations-Serie am Wochenende machten rund 150 Personen am Samstagabend. Sie versammelten sich gegen 21.30 Uhr auf der Rathausbrücke. «Nach einer kurzen Rede formierte sich ein unbewilligter Demonstrationszug, der sich via Limmatquai, Bellevue und Rämistrasse vor das russische Honorarkonsulat an der Oberdorfstrasse bewegte», heisst es in der Mitteilung der Polizei weiter. Dort seien weitere Reden gehalten worden. Danach marschierten die Demonstranten weiter bis vor das türkische Generalkonsulat. Kurz nach Mitternacht beendeten die Teilnehmer die Kundgebung beim Zürcher Hauptbahnhof. Die Demonstrierenden kündigten an, dass aufgrund der massiven Angriffe der türkischen Armee auf Syrien weitere Demonstrationen folgen würden.


Video: Ziel politischer Attacken

Polizisten bewachen das türkische Konsulat an der Weinbergstrasse 65 am 1. Mai 2017. (Video: Lea Blum)


(sip)

Erstellt: 12.03.2018, 16:30 Uhr

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