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Zürcher Anarchist droht eine längere Freiheitsstrafe

Ein 30-jähriger Schweizer sitzt seit Januar in Untersuchungshaft. Er wird verdächtigt, an zwei Brandstiftungen beteiligt gewesen zu sein.

Wann die Gerichtsverhandlungen um den Zürcher Anarchisten beginnen, ist noch ungewiss. Foto: Keystone
Wann die Gerichtsverhandlungen um den Zürcher Anarchisten beginnen, ist noch ungewiss. Foto: Keystone

Ein Anarchist, der seit Ende Januar in Untersuchungshaft sitzt, wird sich vor dem Bezirksgericht Zürich verantworten müssen. «Die Anklage ist in den nächsten Wochen zu erwarten», sagt Christian Philipp, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage. Die Polizei verhaftete den Mann am 29. Januar auf dem Weg zur Arbeit in der Stadt Zürich. Seither sitzt er wegen Kollusions- und Fluchtgefahr in Untersuchungshaft. Das Zwangsmassnahmengericht verlängerte Ende Juli die Haft bis Ende Oktober. Wann die Gerichtsverhandlung stattfinden wird, ist noch offen.

Griechische Anarchisten forderten im März die Freilassung des in Zürich Inhaftierten.

Erstmals bestätigt die Staatsanwaltschaft, dass es sich beim Anarchisten um einen 30-jährigen Schweizer handelt. Sie wirft ihm neben Brandstiftung und qualifizierter Sachbeschädigung auch Hausfriedensbruch und öffentliche Aufforderung zu Verbrechen oder Gewalttätigkeit vor. Ihm droht deshalb eine Freiheitsstrafe von nicht unter einem Jahr. Die Behörden verhafteten den Schweizer, weil sie ihn verdächtigen, bei zwei Vorfällen beteiligt gewesen zu sein: In Hinwil brannten im September 2015 zehn Armeefahrzeuge ab, und im Juli 2016 legte ein Feuer die Notfunkanlage Waidberg der Stadtpolizei für mehrere Tage lahm. Sowohl am Brandanschlag in Hinwil als auch bei der Notfunkanlage Waidberg sollen sich mehrere Personen beteiligt haben. Ob auch gegen sie ein Verfahren läuft, sagt die Staatsanwaltschaft nicht.

Internationales Aufsehen

Die Verhaftung des 30-Jährigen durch die Zürcher Polizei hat international für Aufsehen gesorgt. Griechische Anarchisten drangen im Februar in die Schweizer Botschaft in Athen ein. Im März kam es zudem zu einer friedlichen Demonstration vor dem Honorarkonsulat in Thessaloniki. Die griechischen Anarchisten forderten die Freilassung des in Zürich Inhaftierten. Seither hat das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) keine weiteren Solidaritätsaktionen vor Schweizer Vertretungen im Ausland registriert, wie ein Sprecher auf Anfrage sagt. Bei der Botschaft in Athen hat das EDA aber zusätzliche organisatorische und bautechnische Schutzmassnahmen getroffen. Auch für den anstehenden Prozess vor dem Zürcher Bezirksgericht ist mit erhöhten Sicherheitsauflagen zu rechnen.

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