Zürcher Architekten überzeugen mit ultradünner Dämmung

Ein Pilotprojekt an der Zürcher Hohlstrasse beschert dem Architekturbüro von Dietrich Schwarz aus Zürich einen Energiepreis.

Der preisgekrönte Neu- und Umbau an der Hohlstrasse 100 in Zürich. Die Erker sind speziell schallgedämmt.

Der preisgekrönte Neu- und Umbau an der Hohlstrasse 100 in Zürich. Die Erker sind speziell schallgedämmt. Bild: PD

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In der Kategorie Gebäude und Raum gewinnt das Zürcher Architekturbüro von Dietrich Schwarz den Schweizer Energiepreis Watt d'Or für ein Neu- und Umbauprojekt an der Hohlstrasse 100 in Zürich, das im Sommer 2018 fertig sein wird. Der Preisträger stelle sich «den Herausforderungen des modernen Städtebaus: Verdichtung, Energieeffizienz, Lärmschutz und Betriebsoptimierung», schreibt das Bundesamt für Energie.

Das Planungsteam der Dietrich Schwarz Architekten AG setze auf innovative Lösungen. Dazu gehörten vorfabrizierte, mit dem Hochleistungsdämmstoff Aerogel gedämmte Holzelemente, die eine sehr dünne Aussenfassade und damit eine Maximierung der nutzbaren Fläche ermöglichen. Zudem werden in diesem Pilotprojekt erstmals in der Schweiz Vakuumisolationsgläser als Standardverglasung verwendet.

Umnutzung eines Gebäudes von 1904

Das preisgekrönte Projekt umfasst einen sechsgeschossigen Neubau, der das letzte Stück einer innerstädtischen Blockrandbebauung bildet und der Sanierung und Umnutzung eines zweigeschossigen Gewerbebaus von 1904 im Innenhof. In den beiden Gebäuden entstehen 70 Eineinhalb- bis Dreieinhalbzimmerwohnungen für Kurzzeitwohnen, ein Café und Gewerbe im Erdgeschoss. Die Gebäude sind unterirdisch miteinander verbunden und werden gemeinsam betrieben.

Das Bauvorhaben in seinem innerstädtischen Umfeld ist laut Architekturbüro «exemplarisch von einem der wichtigsten Themen der modernen Städteentwicklung betroffen – der Verdichtung». Deshalb biete sich das Projekt optimal für Pilotanwendungen von neuen Technologien, Systemen und Materialien an. So kommen ein Fassadensystem mit ultradünner Hochleistungsdämmung, Phasenwechselmaterialien in der Fassade zur Reduktion der Heiz- und Kühlenergie sowie ein Warmwassermonitoring mit dem Ziel, den Verbrauch zu senken, zur Anwendung.

Spezielle Erker sorgen für Schallschutz

Beide Gebäude werden über eine gemeinsame hocheffiziente Grundwasser-Wärmepumpe sowie eine grosse, dachintegrierte Fotovoltaik-Anlage versorgt. Dadurch wird im Betrieb nicht nur wenig Energie verbraucht, sondern auch der gewonnene Solarstrom zu 90 Prozent auch wirklich selber verbraucht. Dies entlastet die bestehende Infrastruktur der Stromnetze.

Ausserdem haben die Planer einen speziellen Schalldämmerker entwickelt, der das Öffnen der Fenster zur lärmigen Strasse und das natürliche Lüften ermöglicht. Die Wirkung des Erkers wurde zuerst mit Simulationen und anschliessenden Messungen bestätigt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 11.01.2018, 15:09 Uhr

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