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Welche Attraktionen zu viel kosten

Das Fraumünster und sein neuer Eintrittspreis geben zu reden. Eine TA-Umfrage zeigt aber: Andere Sehenswürdigkeiten irritieren mit ihren Tarifen noch mehr.

Sind fünf Franken zwei zuviel? Besucher vor der Kasse des Fraumünsters. Bild: Urs Jaudas
Sind fünf Franken zwei zuviel? Besucher vor der Kasse des Fraumünsters. Bild: Urs Jaudas

Dass man für den Besuch des Zürcher Fraumünsters neuerdings 5 Franken zahlen soll, wenn man nicht zum Beten kommt, scheint für viele schwer zu akzeptieren. Das geht aus einer nicht repräsentativen Umfrage von Redaktion Tamedia hervor, an der sich rund 1000 Leserinnen und Leser beteiligt haben. Gefragt, welchen Eintrittspreis sie angemessen fänden, hat über ein Drittel geantwortet: genau null Franken.

Dabei dürfte die Macht der Gewohnheit eine zentrale Rolle gespielt haben. Das zeigt sich anhand der einzigen Sehenswürdigkeit, wo die Zahlungsunwilligkeit noch resoluter ist: Es ist der Uetlibergturm, der bis vor wenigen Monaten ebenfalls noch gratis war. 40 Prozent sind auf dem Gipfel über Zürich nicht bereit, für die paar Extra-Höhenmeter ins Portemonnaie zu greifen.

Das Bild relativiert sich allerdings deutlich, wenn man die Höhe der Eintrittspreise mit jenen Preisen vergleicht, den der durchschnittliche Umfrageteilnehmer zu zahlen bereit wären. Dann zeigt sich, dass der im Fraumünster verlangte Fünfliber nicht einmal zwei Franken über jenem Eintrittsgeld liegt, das als gerechtfertigt empfunden wird. (Jeder Neunte wäre übrigens bereit, mehr als 5 Franken zu zahlen.)

Auf dem Uetliberg liegt der verlangte Preis sogar 30 Rappen unter jenem, den der Durchschnitt für angemessen hält. Das relativiert das folgende Bild etwas, welches eine überwältigende Ablehnung der dortigen Preispolitik suggeriert. Es ist ein offensichtlicher Widerspruch: Mit dem tatsächlichen Preis konfrontiert, lehnen viele das gleiche Eintrittsgeld ab, das sie zuvor selbst als korrekt bezeichnet haben. Erklärbar ist das allenfalls mit einem Reflex gegen den umstrittenen Uetliberg-Wirt Giusep Fry.

Preislich klarer daneben als der Uetliberg liegen zwei Zürcher Sehenswürdigkeiten, die vergleichsweise stolze Summen verlangen. Einerseits das Fifa-Museum, wo der Eintritt für einen Erwachsenen mit 24 Franken viermal mehr kostet, als den meisten angemessen scheint. Andererseits der Zoo, der mit 26 Franken das als korrekt empfundene Niveau fast ums Doppelte überschreitet.

Beim Zoo hängt die Akzeptanz offenbar ein Stück weit vom Einkommen ab: Während im Durchschnitt nur jeder Vierte den verlangten Preis angemessen findet, ist es unter jenen Teilnehmern mit über 10'000 Franken Nettoeinkommen immerhin jeder Dritte. Bei allen anderen Attraktionen verschiebt sich die Einschätzung mit steigendem Einkommen nicht entscheidend.

Trotz deutlicher Ablehnung ihrer hohen Preise unterscheiden sich Zoo und Fifa-Museum in einem entscheidenden Punkt: Die Tiere ziehen mehr als Fussballer. Das zeigt sich daran, dass über ein Drittel aller Umfrageteilnehmer beim Fifa-Museum keinen angemessenen Preis genannt hat und direkt zur nächsten Frage übergegangen ist – was wohl nur als Ausdruck von Desinteresse verstehen werden kann. Oder von Ablehnung der Fifa.

Noch deutlicher werden solche Unterschiede, wenn man die Leute nach den lohnendsten Sehenswürdigkeiten Zürichs fragt. Hier liegt der Zoo trotz Kritik am hohen Preis an der Spitze. Heimlicher Sieger dieser Hitparade ist aber das Landesmuseum. das gleich dahinter folgt – und dessen Eintrittspreis von 10 Franken auf breite Zustimmung stösst. Hier stimmt offenbar nicht nur die Leistung, sondern auch der Preis.

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