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Zürcher Filmemacher räumt in China ab

Sein Film wurde in der Schweiz links liegen gelassen: Nun holt Batbayar Chogsom mit «Out of Paradise» den 1. Preis am Internationalen Filmfestival Shanghai.

Hoch über den Dächern von Zürich: Batbayar Chogsom auf dem Lindenhof.
Hoch über den Dächern von Zürich: Batbayar Chogsom auf dem Lindenhof.
Urs Jaudas

Der Zürcher Filmemacher Batbayar Chogsom hat acht Jahre intensiv an seinem Film «Out of Paradise» gearbeitet. Das Werk hat seit Drehende keine einzige Nomination in der Schweiz bekommen, findet nun aber umso grösseren Anklang im Ausland. Der 44-jährige Filmemacher erntet die Früchte seiner künstlerischen Arbeit im fernen Asien. Am vergangenen Sonntag wurde sein Werk am Internationalen Filmfestival Shanghai mit dem Golden Goblet für den besten Film, die höchste Auszeichnung in der Kategorie Spielfilm, ausgezeichnet.

Aufrichtig und poetisch

«Ich habe auf einen Preis gehofft, aber dass ich und mein Team den Hauptpreis gewonnen haben, war für uns alle eine Riesenüberraschung», sagt Chogsom, «umso stolzer sind mein Team und ich, dass es nun geklappt hat.» Der Preis bedeute für ihn in erster Linie eine Anerkennung seiner filmischen Arbeit der vergangenen Jahre. Die Jury des Festivals, unter der Leitung des chinesischen Regisseurs Jiang Wen, lobte «Out of Paradise» als «einfach, aber nicht grob» sowie «aufrichtig und poetisch».

Der Film, ein klassischer Roadmovie, erzählt die Geschichte eines Paares aus der Mongolei. Dorj und seine hochschwangere Frau Suren leben in der mongolischen Steppe. Als ihr Arzt zu einem Kaiserschnitt rät, begeben sie sich auf den Weg nach Ulan Bator. Um die Operation im Voraus zu bezahlen, fehlt ihnen aber das Geld. Über Umwege und mithilfe der Prostituierten Saara gewinnt Dorj eine grosse Geldsumme, doch Saaras Zuhälter Jack will den Gewinn an sich bringen. Während Suren im Spital in den Wehen liegt und auf Dorj wartet, muss dieser um sein Überleben kämpfen.

Konkurrenz war riesig

Chogsom, der seit 18 Jahren in der Schweiz lebt, hat sein Handwerk als Regisseur in der Migros-Klubschule in Zürich gelernt. Er absolvierte dort einen dreimonatigen Drehbuchkurs. Er sei überrascht gewesen, als das Mail des Internationalen Filmfestivals Shanghai eintraf. «Schliesslich wurden dieses Jahr über 3400 Filme aus über 100 Ländern eingereicht, 8 davon wurden nominiert, darunter mein Film, schon ein wenig verrückt», sagt er.

Auf den Lorbeeren ausruhen will er sich nicht. Zurzeit arbeitet Chogsom bereits an weiteren Filmen. Vom Preis in China erhofft er sich, dass er seine kommenden Filmprojekte zügiger und mit weniger Finanzsorgen vorantreiben kann und dass «der Preis mir vielleicht die eine oder andere Tür öffnet, die vorher geschlossen war». Weiter hofft er, dass auch Schweizer Kinobetreiber den Mut finden, «Out of Paradise» zu zeigen.

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