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Grüne sprechen sich gegen die Stadion-Vorlage aus

Die Gegner des neuen Fussballstadions sind innerhalb der Partei in der Überzahl. Das Projekt widerspreche allen Grundsätzen der Partei.

Und so sieht es heute aus: Die Brache des ehemaligen Hardturmstadions.
Und so sieht es heute aus: Die Brache des ehemaligen Hardturmstadions.
Ennio Leanza, Keystone
Bekämpft das Stadionprojekt: Die SP und die Grünen bekämpfen das Stadionprojekt gegen ihre eigenen Stadträte.
Bekämpft das Stadionprojekt: Die SP und die Grünen bekämpfen das Stadionprojekt gegen ihre eigenen Stadträte.
Melanie Duchene, Keystone
Simpel und direkt: Mit einem Ja werben die Befürworter für das Projekt «Ensemble».
Simpel und direkt: Mit einem Ja werben die Befürworter für das Projekt «Ensemble».
Melanie Duchene, Keystone
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Zum grossen Showdown zwischen der Grünen Partei und ihrem Stadtrat ist es gestern Abend nicht gekommen. Finanzvorsteher Daniel Leupi, der die neue Vorlage zum Fussballstadion auf dem Hardturm wesentlich mitgeprägt hat, war an der Mitgliederversammlung zwar anwesend, er ergriff das Wort aber nicht. Er nahm zu keinem der Voten der Stadiongegner Stellung. Und stimmte am Schluss für seine eigene Vorlage. Doch die Grünen beschlossen die Nein-Parole mit 41 zu 24 Stimmen sehr deutlich. Ein nachträglicher Antrag auf Stimmfreigabe, wie ihn die Alternative Liste beschlossen hat, hatte ebenfalls keine Chance.

Gemeinderätin Elena Marti nannte die Vorlage, die am 25. November in der Stadt Zürich zur Abstimmung gelangt, in der Vorstellung kontrovers und komplex. Gemeinderat Marcel Bührig, der für die Ja-Parole Werbung machte, bezeichnete Zürich als eine Fussballstadt und Fussball als einen Volkssport mit integrierender Funktion. «Fussball gibt Jugendlichen eine sinnvolle Beschäftigung.» Zürich habe lange Zeit zwei Stadien gehabt, es sei an der Zeit, diesen Status wiederherzustellen. Die Initiative der SP hielt er für Blödsinn. «Die heutige Vorlage ist die beste Lösung: Wir müssen das Stadion nicht finanzieren, erhalten aber preisgünstigen Wohnraum.»

Antithese zu den Grünen

Die gegenteilige Meinung vertrat Gemeinderat Markus Knauss. «Bei der Vorlage handelt es sich um die Antithese all dessen, was wir Grünen uns auf die Fahne geschrieben haben.» Mit dem Bauvorhaben würde man den genialsten Grünraum und Veranstaltungsort in Zürich-West zugunsten eines Renditeobjekts vernichten. Und das in einer ohnehin schon überregulierten und überorganisierten Stadt.

Aus dem Plenum meldeten sich Anwohner, die sich für den Erhalt der heutigen Brache starkmachten, sich vom Schattenwurf der Türme fürchten oder die Versiegelung des Bodens kritisierten. Kantonsrätin Esther Guyer sagte als Stadionbefürworterin: «Wir werden nie ein Projekt erhalten, das alle perfekt finden.» Man müsse die Interessen aller Leute, die in der Stadt wohnten, berücksichtigen.

Die Grünen waren die letzte Partei aus dem Zürcher Gemeinderat, die die Abstimmungsparole für das Fusballstadion fasste. Nein gesagt hat bisher einzig die SP, die mit ihrer umstrittenen Initiative über einen anderen Weg zu einem Stadion auf dem Hardturm kommen will. Die Alternative Liste hat Stimmfreigabe beschlossen. FDP, SVP, GLP und EVP empfehlen, die Vorlage zum Stadion anzunehmen.

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Der Hardturm: Die Geschichte des Stadions in Bildern

Gute, alte Zeiten für Fussballfans: 2005 verfügte die Stadt Zürich noch über zwei Fussballstadien – den Hardturm (hinten links) und den Letzigrund (vorne rechts). Beide Stadien wurden inzwischen abgerissen.
Gute, alte Zeiten für Fussballfans: 2005 verfügte die Stadt Zürich noch über zwei Fussballstadien – den Hardturm (hinten links) und den Letzigrund (vorne rechts). Beide Stadien wurden inzwischen abgerissen.
/Alessandro Della Bella, Keystone
Zu diesem Projekt gab es die Rote Karte: Mit gerade mal 50,8 Prozent Nein-Stimmen lehnen die Zürcher Stimmberechtigten am 22. September 2013 das letzte Projekt für ein neues Fussballstadion auf dem Hardturm ab.
Zu diesem Projekt gab es die Rote Karte: Mit gerade mal 50,8 Prozent Nein-Stimmen lehnen die Zürcher Stimmberechtigten am 22. September 2013 das letzte Projekt für ein neues Fussballstadion auf dem Hardturm ab.
Visualisierung: Burkard Meyer Architekten
Das grosse Warten: Auf der Brache in Zürich-West sind noch immer die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm zu sehen.
Das grosse Warten: Auf der Brache in Zürich-West sind noch immer die Überreste des ehemaligen Fussballstadions Hardturm zu sehen.
Keystone
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