Zürcher Jungfreisinnige müssen Unkraut jäten statt Busse zahlen

Die Jungpolitiker erhalten von der Stadt eine etwas andere Strafe für ihre Kreide-Aktion für mehr Glacestände an der Seepromenade.

Verschmierte Strasse: Auf einer Länge von gut 300 Metern haben die Jungfreisinnigen die Seepromenade mit Kreide bemalt.

Verschmierte Strasse: Auf einer Länge von gut 300 Metern haben die Jungfreisinnigen die Seepromenade mit Kreide bemalt. Bild: PD

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Die Jungfreisinnigen der Stadt Zürich (jfz) kommen mit einem blauen Auge - respektive einem grünen Daumen - davon. Die Jungfreisinnigen haben Mitte Juli in einer Nacht- und Nebel-Aktion einen Teil des Seeweges ums Zürcher Seebecken blau angemalt. Damit wollten sie auf die Lancierung der Petition «Meh Glacé für Züri» aufmerksam machen.

Grün Stadt Zürich erstattete daraufhin Anzeige. Vergangene Woche setzten sich die Jungfreisinnigen und Grün Stadt Zürich zusammen. Die Anzeige wurde danach zurückgezogen, wie die Partei mitteilte. Denn es liege keine Sachbeschädigung vor, da sie eine abwaschbare, biologisch unbedenkliche Kreidefarbe benutzt hatten.

Der Stadt entstanden dennoch Reinigungskosten in der Höhe von rund 3800 Franken, wie ein Sprecher des Tiefbau- und Entsorgungsdepartementes (TED) heute Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda sagte.

Diese Kosten müsse der Verursacher bezahlen. Es sei allerdings langjährige Praxis im TED (dessen Vorsteher FDP-Stadtrat Filippo Leutenegger ist), dass solche Kosten erlassen werden können, sofern die Verursacher einen entsprechenden Frondienst leisten. Dazu hätten sich die Jungfreisinnigen bereit erklärt. Wie jfz-Präsidentin Bettina Fahrni sagte, besteht dieser Frondienst voraussichtlich darin, «dass einige Jungfreisinnige einen Nachmittag lang bei Grün Stadt Zürich beim Unkrautjäten helfen».

Petition wird im Herbst eingereicht

Bereits einige hundert Leute hätten die Petition unterschrieben, sagt Fahrni. Eingereicht werde sie wohl im Herbst. Die Jungfreisinnigen stören sich nämlich daran, dass rund um das Seebecken - zwischen China- und Rentenwiese - nur 13 Stände dank einer Lizenz Glacé verkaufen dürfen. Dieses Angebot sei zu knapp. Sie fordern mehr Lizenzen und Standplätze.

Ausserdem möchten sie, dass die Lizenzen künftig befristet ausgestellt werden. Wer einen Glacéstand betreiben will, muss sich heute auf eine Warteliste setzen lassen und mindestens zehn Jahre gedulden. Das sei zu lange. (sda)

Erstellt: 07.08.2017, 16:16 Uhr

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