Zürcher Espressobar expandiert an Bahnhofstrasse

Von Eglisau in die Zürcher City: Eine kleine Kaffeekette eröffnet eine Filiale an exklusivster Lage.

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«Wir haben grossen Respekt vor diesem Schritt», sagt Ramon Schalch. Der Geschäftsführer von Vicafé Espresso Bars fügt sofort hinzu: «Aber auch ein gesundes Selbstvertrauen.» Die kleine Kaffeefirma mit Basis in Eglisau expandiert an die Bahnhofstrasse 93. Das ist neben der Swarovski-Eckfiliale gleich beim Bahnhofplatz im Gebäudekomplex des Hotels Schweizerhof. Im Mai will Vicafé an der internationalen Einkaufsmeile ihre bisher grösste Espressobar eröffnen.

Bekannt ist die junge Firma vor allem wegen ihrer Mini-Bar am Zürcher Bellevue, wo sich oft Schlangen von anstehenden Kaffeeliebhabern bilden. Die Lokalität beim Bahnhofplatz, wo bis letzten Dezember Kuoni drin war und bis Ende März Ochsner Shoes einen Pop-up-Store betreibt, ist mit rund 45 Quadratmetern dreimal so gross wie jene am Bellevue. Trotzdem bleibt das Konzept dasselbe: Angeboten wird Kaffee aus aller Welt zum kurz Verweilen oder für unterwegs, Sitzplätze sind nicht vorgesehen. Es wird auch keine spezielle Ausrichtung, etwa auf Banker oder Touristen, geben.

Wie kann sich eine kleine Firma mit 50 Angestellten eine so exklusive Lage leisten? Zahlen will Schalch keine nennen. Er sagt: «Die Miete ist marktgerecht. Mit unserer Qualität, unserem Service, der Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette und einem lokalen Brand sind wir überzeugt, das Bedürfnis der Kunden zu treffen.» Deshalb sei Vicafé in der Lage, an solche Standorte zu kommen.

Am Anfang war Vivi Kola

Die Bahnhofstrassenfiliale von Vicafé wird zum neuen Flaggschiff des jungen Unternehmens. Bis 2014 gab es nur ein kleines Lokal in Eglisau. Gestartet war der einheimische Grafiker Christian Forrer 2010 mit der Übernahme der Lizenz für Vivi Kola. Zum wiederbelebten Kultgetränk kam im Altstadtlokal eine kleine Kaffeerösterei dazu, später eine grössere in der Nähe des Eglisauer Bahnhofs. In Zürich landeten die Kaffeeliebhaber vor vier Jahren am Goldbrunnenplatz und trumpften mit ihrem Hit namens Flat White auf, einem Kaffee mit kunstvoll aufgeschäumter Milch. Dann eröffneten sie im Jahresrhythmus die Filiale am Bellevue, eine integrierte Bar beim Seidenverkäufer EnSoie an der Treppe zum Lindenhof und ein Café auf dem Geroldareal.

Was kommt als nächstes? Geschäftsführer Schalch lacht: «Zunächst müssen wir die Bahnhofstrasse stemmen.» Dazu gehört die Anstellung von einem Dutzend Baristas. Vicafé sei in einer guten Lage: «Wir können und wollen wachsen, aber wir müssen nicht», sagt er. Hinter der Firma stehen Investoren aus Liebhaberei. Einer der Hauptinhaber ist Kurt Lambert. Der ehemalige Hedgefonds-Manager hatte vor zwei Jahren als einziger eingebürgerter Barbadier Zürichs Schlagzeilen gemacht. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 15.02.2018, 14:42 Uhr

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