Zürcher Linksautonome brüsten sich mit Buttersäureanschlag

Im Kreis 4 haben Unbekannte am Wochenende eine Immobilienfirma attackiert und hinterliessen Gestank.

Buttersäure an der Bäckerstrasse: Linksautonome hinterlassen stinkende Flüssigkeit vor Immobilienfirma.

Buttersäure an der Bäckerstrasse: Linksautonome hinterlassen stinkende Flüssigkeit vor Immobilienfirma. Bild: Screenshot / Google Street View

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«Im schlimmsten Fall handelt es sich um einen Sachschaden von 35 Franken für eine Fussmatte», sagt der Hauswart an der Bäckerstrasse im Zürcher Kreis 4. Am Wochenende waren Unbekannte in das Treppenhaus eingedrungen und hatten auf der Fussmatte vor der Tür einer Immobilienfirma Buttersäure hinterlassen. «Ich roch es sofort, als ich heute Morgen ins Haus kam – eine Mischung aus Käsefüssen und Erbrochenem», sagt der Hausmeister. Jetzt wo er die Fussmatte entfernt hatte, bleibt kaum ein Düftchen in der Luft. Nur eines bereitet dem Hausmeister Kopfzerbrechen: Wie kamen die Unbekannten ins Treppenhaus? Scheiben wurden keine beschädigt.

In einem Schreiben an die Medien bekannte sich heute Montag eine unbekannte Gruppierung mit linksautonomer Handschrift zum Anschlag. «Wir haben uns vergangenen Samstag dazu entschlossen, einen der grossen Aufwertungsakteure Zürichs mit Buttersäure anzugreifen», schreiben die Unbekannten. Der Besitzer der Immobilienfirma tue gerne so, als wäre er anders, netter oder cooler als die anderen Akteure der Immobilien-Branche. Doch ein Blick auf seine Projekte und Partner verdeutliche, dass er ein genauso zentraler Akteur in der Aufwertung Zürichs sei, wie viele andere.

Die Gruppe nimmt Bezug auf andere Anschläge aus jüngerer Zeit, wie die Farbanschläge auf die Europaallee während der Frauendemonstration am 11. März und vor dem 1. Mai 2017. Anfang September wurden zudem die Scheiben bei der neu eröffneten Kulturinstitution Kosmos eingeschlagen. (rar)

Erstellt: 04.12.2017, 14:57 Uhr

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