Jetzt kauft die Stapo Zürich E-Autos

Benziner und Diesel haben bei der Stadtpolizei ausgedient, künftig jagt sie die Verbrecher mit Stromantrieb.

Schaffte als erstes Schweizer Korps Elektroautos an: Der Tesla der Polizei Basel-Stadt. Foto: Keystone

Schaffte als erstes Schweizer Korps Elektroautos an: Der Tesla der Polizei Basel-Stadt. Foto: Keystone

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Es ist ein kleiner erster Schritt, aber die Stadtpolizei Zürich hat Grosses vor. In den kommenden zwei Jahren will die Verkehrspolizei sieben Elektroautos beschaffen. In Zukunft soll die ganze Flotte von aktuell 440 Fahrzeugen auf Elektroantrieb umgestellt werden. Dies teilt die Stadtpolizei mit, nachdem der «Tages-Anzeiger» eine entsprechende Anfrage gestellt hat. Heute sind bereits 23 umweltfreundliche Fahrzeuge mit Gas-, Elektro- oder Hybridantrieb in Betrieb.

In Basel um Rat gefragt

In den vergangenen Monaten führte die Stadtpolizei eine Marktanalyse durch. Dafür erkundigte sie sich auch bei ihren Kolleginnen und Kollegen in Basel, wie die NZZ im September berichtete. Als erstes Korps überhaupt schaffte die Polizei Basel-Stadt vor anderthalb Jahren Teslas als Streifenwagen an. Mittlerweile setzen auch andere Korps auf Elektromobilität. Die Kantonspolizei St. Gallen beschaffte 13 elektrische Hyundais und bei der Kantonspolizei Zürich sind über 10 Prozent aller Fahrzeuge klimaneutral.

Die Marktanalyse der Stadtpolizei hat gezeigt, dass es heute Elektroautos gibt, die den Ansprüchen der Verkehrspolizei, des Polizeilichen Assistenzdienstes und der Kriminalpolizei mit ihren zivilen Fahrzeugen genügen. Für die Fahrzeuge der Sicherheitsabteilung, der Interventionseinheit, des Sonderkommissariats, des Diensthunde-Kompetenzzentrums und der Wasserschutzpolizei gebe es momentan noch «keine überzeugenden Angebote», schreibt die Stadtpolizei. Man gehe aber davon aus, dass bereits in wenigen Jahren Fahrzeuge auf den Markt kommen, die grösser sind und mehr Last tragen können, um so allen Einheiten zu genügen.

Deshalb beginnt die Stadtpolizei in einem ersten Schritt noch gemächlich: 2020 will sie drei und 2021 vier Elektroautos für die Verkehrspolizei anschaffen. Ein entsprechender Auftrag ist seit Montag öffentlich ausgeschrieben.

Verbrennungsmotor nur im Ausnahmefall

Wenn künftig Autos neu beschafft werden, prüft die Stadtpolizei jedes Mal, ob es eine Alternative zum Auto mit Verbrennungsmotor gibt. In Zukunft sollen Verbrennungsmotoren dann nur noch in Ausnahmefällen beschafft werden, wenn dies begründet werden kann.

Die durchschnittliche Lebensdauer eines Streifenwagens der Stadtpolizei Zürich beträgt etwa fünf Jahre. Dann haben sie - nach rund 300'000 gefahrenen Kilometern - ausgedient und werden in den meisten Fällen flachgepresst. Rund zehn Prozent der gesamten Flotte tauscht die Stadtpolizei jährlich aus. Es dürfte deshalb noch einige Jahre dauern, bis die Stadtpolizei ausschliesslich auf Elektroantrieb setzt.

Erstellt: 06.11.2019, 09:30 Uhr

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