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Rund 100 Zürcher Fans greifen Polizisten an – dieser zieht Pistole

Fussballfans haben am Samstag zwei zivile Polizisten im Niederdorf attackiert – und das war nur ein Zwischenfall am Derby-Wochenende.

Angriff auf Polizisten: Fussballfans haben am Samstagabend im Niederdorf Beamte in Zivil attackiert.
Angriff auf Polizisten: Fussballfans haben am Samstagabend im Niederdorf Beamte in Zivil attackiert.
Urs Jaudas

Am späten Samstagabend, am Tag vor dem Zürcher Fussballderby, seien im Kreis 1 zwei zivile Polizisten durch einen Mob angegriffen worden, teilt die Stadtpolizei Zürich heute Montag mit. Kurz nach 21.00 Uhr hätten sich rund 100 Personen bei der Kantonsschule Hohe Promenade besammelt. Anschliessend marschierten sie durch das Niederdorf zum Central und dann via Limmatquai zurück zum Bellevue. Nach polizeilichen Erkenntnissen handelte es sich dabei grösstenteils um Fussball-Fans. Laut TA-Recherchen sind es FCZ-Fans gewesen.

«Während des Umzugs wurden im Niederdorf zwei zivile Fahnder der Stadtpolizei anfänglich mit Flaschen und Steinen beworfen, dann in eine Ecke gedrängt und mit Faustschlägen traktiert», heisst es in der Meldung weiter. Laut Marco Bisa, Sprecher der Stadtpolizei, rückten die beiden zivilen Polizisten aus, als die Polizei die Meldung über den Marsch der Fussballfans durch die Altstadt erhalten hatte. Vor Ort hätten die Fans sie erkannt. Danach wurden sie von einem Teil des Mobs attackiert.

Einer der beiden habe sich nur dank einem Sprung aus rund vier Meter Höhe von einer Mauer beim Grossmünster retten können. Der andere habe aufgrund dieser Notwehrsituation seine Dienstwaffe gezogen. Dadurch habe er die Angreifer zurückdrängen und sich in Sicherheit bringen können. «Glücklicherweise wurden die beiden Polizisten beim Angriff nicht verletzt», teilt die Stadtpolizei mit. Verhaftungen gab es am Samstagabend keine.

Dass Polizisten in Zürich ihre Dienstwaffe ziehen müssen, kommt laut Polizeisprecher Bisa sehr selten vor. Der letzte Vorfall mit Fussballfans ereignete sich im September 2015, als zwei Polizisten von einer Gruppe Vermummter an der Limmatstrasse im Kreis 5 angegriffen wurden. Damals waren es GC-Anhänger.

Knallpetarden und Gummischrot

Am Sonntag marschierten vor dem Spiel sowohl FCZ- als auch GC-Fans zum Stadion und zündeten dabei mehrere Knallpetarden. «Vor dem Stadion suchten rivalisierende Fangruppierungen die Konfrontation», schreibt die Polizei. Die Stadtpolizei konnte dies durch ihr Eingreifen verhindern.

Nach dem Abpfiff hätten rund 50 Vermummte in der Umgebung des Hardplatzes erneut die Konfrontation mit gegnerischen Fans gesucht. Die Personen seien teils mit FCZ-Fanartikeln ausgerüstet gewesen. «Die Stadtpolizei Zürich konnte diese kritische Situation mit einem Gummischroteinsatz beruhigen und unter Kontrolle bringen.»

Wenig später beobachteten Einsatzkräfte in der Umgebung des Limmatplatzes, wie ein Mann, der FCZ-Fanartikel trug, von mehreren Personen attackiert wurde. Die Stadtpolizei Zürich schritt auch hier ein und nahm in diesem Zusammenhang 13 Personen vorläufig fest. Der angegriffene Unbekannte entfernte sich während des Einsatzes vom Tatort.

Am kommenden Mittwoch treffen die beiden Fussballvereine erneut aufeinander. Im Cup-Halbfinal.

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Video: Ausschreitungen vor dem Derby im Oktober 2017

Vor der Partie FCZ - Grasshoppers wird der GC-Fanmarsch beim Hardturm angegriffen. Video: Leserreporter/Tamedia

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