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Zürcher Sklaverei-Akten gehen ins Staatsarchiv

Im 18. Jahrhundert waren Zürcher Persönlichkeiten am Sklaverei-Geschäften beteiligt. Die Dokumente dazu, die im Besitz einer Privatbank sind, werden nun dem Staatsarchiv übergeben.

Auch die Schweiz war daran beteiligt: Eine Darstellung zur Sklaverei in Westafrika.
Auch die Schweiz war daran beteiligt: Eine Darstellung zur Sklaverei in Westafrika.
Keystone

Die Akten zu Zürcher Beteiligungen an Sklaverei- Geschäften von 1755 bis 1798 werden dem Staatsarchiv des Kantons Zürich übergeben. Das Stadtparlament schrieb am Mittwoch ein entsprechendes Postulat mit 112:0 Stimmen ab. Die Dokumente sind im Besitz der Clariden Leu Privatbank, Nachfolgerin der einstigen Zinskommission Leu&Co. Betreut werden sie von der Credit Suisse, zu der die Clariden Leu seit 2007 gehört. Die Öffnung der Archive wurde nach Verhandlungen der Stadt Zürich und Clariden Leu vereinbart.

Mit der Öffnung betreibt die Stadt Zürich - mit Unterstützung der Bank - ein Stück Geschichtsbewältigung aus der Zeit des einstigen Stadtstaates Zürich. Ein Historiker-Bericht hatte festgehalten, dass im 18. Jahrhundert Zürcher Persönlichkeiten und Institutionen an Sklaverei-Geschäften beteiligt waren, wenn auch nicht in grossem Ausmass.

1754 hatte der Grossen Rat der Zinskommission das Mandat erteilt, Zinsgeschäfte zu tätigen, und stattete sie mit 50'000 Gulden aus dem Staatsschatz aus. Zudem war sie unentgeltlich im Rathaus einquartiert, wo auch ihre Vermögenswerte aufbewahrt wurden. Bis 1798 hat die Zinskommission daher laut Stadtrat als staatliche Einrichtung zu gelten.

Stadtpräsidentin: «Gute Lösung»

Wie Stadtpräsidentin Corine Mauch am Mittwoch im Zürcher Stadtparlament sagte, hat die Stadt mit der Clariden Leu eine «gute Lösung» gefunden - die Akten werden dem Staatsarchiv des Kantons Zürich übergeben. Entsprechende Kontakte zwischen Bank und Archiv sind laut dem Bericht des Stadtrats bereits eingeleitet.

Anstoss zur Vereinbarung war ein Postulat, welches das Stadtparlament im Dezember 2007 dem Stadtrat überwies. Die AL forderte darin, die Dokumente seien der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Postulant Alecs Recher erklärte sich zufrieden mit der Lösung. Es sei zu begrüssen, dass die CS - als Betreuerin der Akten - sich nicht mehr mit Berufung auf das Bankgeheimnis gehen eine Öffnung der Archive sperre und der fragliche Zeitabschnitt nun aufgearbeitet werden könne.

SDA/jak

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