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Zürcher Stadtpolizei lässt SVP-Nationalrat Zanetti auflaufen

SVP-Nationalrat Claudio Zanetti postete auf Twitter ein Bild eines Bettlers. Es folgte ein Schlagabtausch mit der Stadtpolizei.

SVP-Nationalrat Claudio Zanetti hat sich über Twitter einen Schlagabtausch mit der Zürcher Stadtpolizei geliefert und damit die Social-Media-Gemeinde verärgert. Zanetti hatte das Bild eines Bettlers gepostet, fotografiert in Zürich. Der 51-jährige SVP-Nationalrat aus Gossau wies auf das Bettelverbot hin und fragte: «Ist die Stadtpolizei in der Vorweihnachtszeit nur mit den Bettlern kulant, ober profitieren auch die Autofahrer?»

Die Stadtpolizei ignorierte Zanettis Unterton und schrieb zurück: «Sollte Sie der Randständige in irgendeiner Weise stören, melden Sie sich bei der Nummer 117.» Damit gab sich Zanetti nicht zufrieden: «Sie kennen die Rechtslage. Kleiner Tipp: Es ist ganz in Ihrer Nähe.»

Doch die Stadtpolizei blieb unbeeindruckt. Beim Betteln handle es sich zwar um eine Übertretung, aber deswegen eine Fahndung aufzuziehen, sei unverhältnismässig. Antwort Zanetti: «Es braucht keine Fahndung, es reicht, mit offenen Augen das Büro zu verlassen, genau wie Sie es machen, um Autofahrer zu bestrafen.» Die Stadtpolizei dankte artig für «den Input» und das Interesse am Berufsstand des Polizisten und sandte dem SVP-Nationalrat den Link zu den Bewerbungsunterlagen.

Wie der Dialog allgemein ankommt, kann man den folgenden Tweets entnehmen: «Hoffe, Sie singen am Weihnachtsgottesdienst laut mit!», «Die Stadtpolizei handelt menschlicher als Sie! Sie wollen mit Füssen auf die Ärmsten in der Gesellschaft treten. Bedenklich», «SVPler haben nur Auto und Geld, aber nicht Hirn und Herz», «Hoffe, du hast wenigstens etwas in die Dose geworfen» und: «Da muss in der Klosterschule einiges schiefgelaufen sein».

Zur Information: Claudio Zanetti hat das Gymna­sium tatsächlich im Kloster ­Engelberg absolviert. In der SVP gilt er nicht als linientreu. So hat er sich unter gewissen Umständen für die Legalisierung von Sans-Papiers ausgesprochen und gegen das Burkaverbot.

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