Zürcher Stadträdte: Wer will noch einmal?

In einem Jahr wird der Wahlkampf für den Stadtrat in vollem Gang sein. Bisher hat erst einer seine Kandidatur angekündigt. Was ist mit den anderen? Eine Auslegeordnung.

Bei acht Köpfen darf man noch rätseln: Die frisch gewählten Stadträte im April 2014. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Bei acht Köpfen darf man noch rätseln: Die frisch gewählten Stadträte im April 2014. Foto: Walter Bieri (Keystone)

Noch halten sich fast alle Stadträte bedeckt zu ihren Plänen für ihre politische Zukunft. Einzig Polizeivorsteher Richard Wolff von der Alternativen Liste hat diese Woche bekannt gegeben, dass er sich für eine weitere Legislaturperiode und damit zur Wahl vom 4. März 2018 zur Verfügung stellen will. Die anderen Stadträtinnen und Stadträte haben bei früheren Anfragen verlauten lassen, dass sie zu gegebenem Zeitpunkt informieren wollen. Und die Parteipräsidentinnen und -präsidenten gaben an, noch nicht zu wissen, wie ihre Stadträte entscheiden werden. Es gibt aber Hinweise, wie sich die prominenten Politiker entscheiden werden. Dazu die folgende Auslegeordnung, die dem Anciennitätsprinzip folgt.

Klar ist seit Donnerstag, dass es zur Neuauflage des bürgerlichen Bündnisses von SVP, FDP und CVP kommt. Das erklärten FDP-Präsident Severin Pflüger und CVP-Präsident Markus Hungerbühler am Rande einer Medienkonferenz zur Unternehmenssteuerreform. «Eine Zusammenarbeit zeichnet sich ab, jede Partei wird aber mit einem eigenen Wahlprogramm ins Rennen steigen», sagte Pflüger. Das Modell dieser Zusammenarbeit sorgte vor drei Jahren für einen bürgerlichen Erfolg: Die FDP konnte den Grünen den Sitz der zurückgetretenen Ruth Genner abjagen – Filippo Leutenegger eroberte ihn. Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagte Pflüger gestern, dass ein «5er-Päckli» angedacht sei. Entschieden sei aber noch nichts, alles hänge von den Personalien ab.

Mauro Tuena verzichtet

Eine Politweisheit sagt, dass Kandidaten, die sich zu früh in Position bringen, wenig Chancen haben. Trifft das zu, ist das ein schlechtes Omen für den grünen Nationalrat Balthasar Glättli. Er gab sein Interesse bereits im September bekannt. Bei den Grünen könnte es zu einem Gerangel kommen. Gemeinderat Markus Knauss signalisierte schon, wiederum bereit zu sein. Möglicher Kandidat könnte auch Nationalrat Bastien Girod sein. Tritt Daniel Leupi nochmals an, könnten die Mitglieder auf eine Frauenkandidatur pochen, wofür Fraktionschefin Karin Rykart Sutter infrage kommen könnte. Bei der SP hat sich noch niemand wirklich in den Vordergrund geschoben, falls doch ein Stadtrat abtreten sollte. Mögliche Kandidaten sind die Co-Präsidenten Marco Denoth und Gabriela Rothenfluh sowie Fraktionschef Davy Graf. Oder Nationalrätin Min Li Marti, die mit Glättli verheiratet ist.

Bei der FDP wird Gemeinderat Michael Baumer Interesse nachgesagt, ein valabler Kandidat wäre auch Parteipräsident Severin Pflüger. Die FDP-Frauen werden wohl eine Kandidatin fordern. Bei der CVP stehen der städtische Präsident Markus Hungerbühler und Kantonalpräsidentin Nicole Barandun im Vordergrund. Die SVP hat es verpasst, in den letzten drei Jahren einen Kandidaten aufzubauen. Parteipräsident Mauro Tuena selber steht nicht zur Verfügung, das sagte er gestern. Als Nationalrat habe er eine spannende Aufgabe. Mit Überraschungskandidaten wie Nina Fehr Düsel hatte die SVP keinen Erfolg.

Mit wenig bis gar keinen Chancen werden andere Parteien Kandidaten ins Rennen schicken. Sie erhoffen sich damit jedoch ein bisschen mehr Publizität für die Gemeinderatswahlen. Auch wird es wieder wilde Kandidaturen geben. Eine ist angekündigt: Der Luzerner Ur-Punk Hannibal Buri, der in Wipkingen wohnt, will ins Wahlrennen steigen.

Erstellt: 12.01.2017, 20:56 Uhr

Artikel zum Thema

Bürgerliche Parteien planen für Stadtratswahlen ein «5er-Päckli»

CVP, FDP und SVP wollen bei den Zürcher Stadtratswahlen vom Frühjahr 2018 zusammenspannen. Sie denken an ein 5er-Kandidaten-Päckli. Entschieden ist aber noch nichts. Mehr...

Unfall mit Vespa – Leutenegger geht an Krücken

Ein Fleck Glatteis wurde dem Zürcher Stadtrat vergangene Woche zum Verhängnis. Mehr...

Das Ressort Zürich auf Twitter

Das Zürich-Team der Redaktion versorgt Sie hier mit Nachrichten aus Stadt und Kanton.

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Leser-Reporter

Haben Sie etwas Aussergewöhnliches gesehen, fotografiert oder gefilmt? Ist Ihnen etwas bekannt, das die Leserinnen und Leser von Tagesanzeiger.ch/Newsnet wissen sollten? Senden Sie uns Ihr Bild, Ihr Video, Ihre Information per MMS an 4488 (CHF 0.70 pro MMS).
Die Publikation eines exklusiven Leserreporter-Inhalts mit hohem Nachrichtenwert honoriert die Redaktion mit 50 Franken. Mehr...

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sie wollen täglich die besten Beiträge aus der Redaktion?
Dann abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter «Der Morgen».

Blogs

Geldblog Fürstliche Anlagen mit Potenzial

Sweet Home Willkommen im «Nouveau Boudoir»

Die Welt in Bildern

Ganz schön angeknipst: Ein Mitglied des Bingo Zirkus Theater steht anlässlich des 44. internationalen Zirkusfestivals in Monte Carlo auf der Bühne. (16. Januar 2020)
(Bild: Daniel Cole ) Mehr...