Zürcher stimmen über das Koch-Areal ab

Die FDP will, dass das besetzte Areal an Private verkauft wird. Die 3000 Unterschriften für die Initiative sind quasi beisammen.

Soll in private Hände: Die FDP will mit der Initiative «Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal», dass das Grundstück schnell überbaut wird.

Soll in private Hände: Die FDP will mit der Initiative «Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal», dass das Grundstück schnell überbaut wird. Bild: Reto Oeschger

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Wird sich künftig ein privater Investor um die Entwicklung des besetzen Koch-Areals kümmern, so wie das die Initiative des städtischen Freisinns fordert? Über diese Frage wird das Zürcher Stimmvolk zu befinden haben. Am vergangenen Wochenende seien auf der Strasse erneut viele Unterschriften zusammengekommen, sagt Claudia Simon, Geschäftsführerin der Stadtzürcher FDP und langjähriges Mitglied des Gemeinderats dem «Tages-Anzeiger».

«Wir planen eine Reserve von zehn Prozent ein, um ganz sicherzugehen – falls sich auf den Bögen ungültige Unterschriften befinden sollten», so Simon. «Das schaffen wir, spätestens nach Ostern ist alles klar.» Zeit hat die FDP genug, noch eineinhalb Monate. Erst Ende Mai läuft die offizielle Frist ab, dann werden die Unterschriften der Stadtkanzlei übergeben.

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Soll sich ein privater Investor um die Entwicklung des besetzen Koch-Areals kümmern?




Ferner Baubeginn

Mit ihrer Initiative «Wohnen und Leben auf dem Koch-Areal» will die FDP dafür sorgen, dass das Grundstück an der Rautistrasse im Kreis 9 möglichst schnell überbaut wird. Schneller, als dies der Fahrplan des Stadtrats vorsieht. Dieser beabsichtigt, auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, Gewerberäume und einen Park errichten zu lassen. Der Baubeginn dürfte frühestens 2021 erfolgen – falls nicht Rekurse zu Verzögerungen führen. Bis dann können die Besetzer bleiben. Wann die ersten Mieter auf dem Koch-Areal einziehen, lässt sich heute nicht sagen.

Dass es nicht rascher geht, liegt laut städtischem Finanzdepartement daran, dass sich das behördliche Prozedere und die politischen Prozesse nicht beliebig beschleunigen lassen. Zunächst brauchte es zwei Machbarkeitsstudien, die zweite wurde aufgrund der Denkmalschutz-Vorgaben nötig. Derzeit sucht die Stadt potenzielle Bauträger, entsprechende Gespräche laufen, heisst es bei der Medienstelle von Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne). Namentlich mit Genossenschaften und Stiftungen werde gesprochen. Die Stadt gibt das Land im Baurecht ab.

Im kommenden September fällt dann der Entscheid, wer das Areal überbauen darf. Der Architekturwettbewerb startet Anfang 2018, bis zu dessen Abschluss dauert es ein Jahr. Gleichzeitig muss der Gestaltungsplan verschiedene Instanzen durchlaufen und vom Parlament genehmigt werden. Ende 2020 soll es so weit sein.

Die Stadt kontert

Die FDP kritisiert, dass die Stadt das Koch-Areal seit 2013 besitze und vier Jahre nach dem Erwerb noch immer kein Projekt vorgelegt habe. Die Stadt hatte die Parzelle damals für rund 70 Millionen Franken der UBS abgekauft. Die FDP ist überzeugt, dass mit der Überbauung früher gestartet werden könnte, wenn ein privater Unternehmer das Grundstück entwickle.

Die Stadt kontert die Vorwürfe. Ein Privater müsste wieder gänzlich von vorne anfangen zu planen, weswegen eine raschere Gangart keineswegs eingeschlagen werden könnte.

Laut der FDP-Initiative soll der private Bauherr dazu verpflichtet werden, ein Drittel der Wohnungen gemeinnützig zu erstellen und (genauso wie es die städtischen Pläne vorsehen) einen Park anzulegen, der das Quartier Letzi zwischen Rauti- und Hohlstrasse aufwertet.

Claudia Simon sieht der Volksabstimmung mit Zuversicht entgegen: «Spricht man mit den Leuten auf der Strasse, stösst unsere Initiative auf breites Wohlwollen.»

Erstellt: 11.04.2017, 07:32 Uhr

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